Stell dir vor, du hast einen kleinen Limonadenstand.
– Du verkaufst Limonade und bekommst dafür Geld. Das heißt Umsatz.
– Damit du Limonade machen kannst, musst du Zitronen, Zucker und Becher kaufen. Das kostet auch Geld.
Der Rohertrag ist das Geld, das nach dem Verkauf übrig bleibt, wenn du nur die Kosten für die Zutaten und Becher abziehst. Andere Kosten wie Miete, Strom oder Taschengeld für deine Helfer ziehst du dabei noch nicht ab.
Ganz einfache Rechnung:
Rohertrag = Geld vom Verkaufen − Geld für die eingekauften Sachen (die du verkauft hast)
Beispiel Limonade:
– Du verkaufst 10 Becher zu je 1 Euro = 10 Euro Umsatz.
– Zutaten und Becher kosten zusammen 4 Euro.
– Rohertrag = 10 − 4 = 6 Euro.
Wichtig zu unterscheiden:
– Umsatz: Alles Geld, das reinkommt.
– Wareneinsatz: Was die verkaufte Ware dich gekostet hat.
– Rohertrag: Umsatz minus Wareneinsatz.
– Gewinn: Was am Ende übrig bleibt, nachdem du vom Rohertrag auch noch Miete, Strom, Löhne usw. abziehst.
Noch ein Minibeispiel im Laden:
– Du kaufst ein Spielzeug für 7 Euro ein und verkaufst es für 10 Euro.
– Rohertrag pro Stück = 10 − 7 = 3 Euro.
Warum ist das wichtig?
Der Rohertrag zeigt, wie gut du an deinen Produkten verdienst, bevor du andere Rechnungen bezahlst. Wenn du günstiger einkaufst oder besser verkaufst, wird der Rohertrag größer.
Definition Berechnung Branchenbenchmarks häufige Stolpersteine und konkrete Schritte zur Steigerung des Rohertrags
Rohertrag ist der Umsatz minus die direkt zurechenbaren, variablen Kosten. Im Handel heißt das meist: Verkaufspreis abzüglich Wareneinsatz. In der Produktion: Umsatz minus Herstellkosten der verkauften Stücke, z. B. Material, Fertigungslöhne, Lizenzkosten. Die Rohertragsmarge zeigt den Anteil am Umsatz: Rohertrag geteilt durch Umsatz. Kurzes Beispiel: Verkaufspreis 100 €, Wareneinsatz 60 €, Rohertrag 40 €, Marge 40 %. Benchmarks schwanken stark. Lebensmittelhandel oft 20-30 %, Modehandel eher 50-60 %. Industrie liegt häufig zwischen 25-45 %, je nach Fertigungstiefe. Software und viele Agenturen haben wegen geringer „Einkaufskosten“ teils 70-90 %, wenn kaum Fremdleistungen anfallen.
Typische Stolpersteine: Fixkosten als variable Kosten verbuchen. Rabatte, Skonto, Retouren und Schwund nicht sauber erfassen. Versand, Verpackung oder Transaktionsgebühren vergessen. Produktmix-Effekte übersehen, z. B. viel Umsatz mit Low-Marge-Artikeln. Konkrete Schritte: Zielmargen je Produkt festlegen und Preise prüfen. Einkaufskonditionen verhandeln, Bündelrabatte nutzen, Mindestabnahmemengen kritisch sehen. ABC-Analyse fahren: Ladenhüter mit schlechter Marge streichen, Topseller mit guter Marge pushen. Höhermargige Alternativen aktiv anbieten, Sets und Bundles testen. Schwund und Ausschuss reduzieren, z. B. durch bessere Lagerprozesse. Versandkosten und Zahlungsgebühren sauber kalkulieren und weitergeben. Regelmäßig den Rohertrag pro Artikel, Kanal und Kunde reporten, nicht nur insgesamt. So sieht man schnell, wo Geld liegen bleibt.
Wesentliche Punkte
Kurz gesagt zeigt der Rohertrag, wie viel vom Umsatz nach den direkten Waren- oder Herstellungskosten übrig bleibt. Er lässt sich leicht berechnen, in Betrag oder Prozent betrachten und macht sichtbar, ob Produkte, Leistungen oder Sortimente wirtschaftlich sind. Wichtig: Er ist nicht mit dem endgültigen Gewinn gleichzusetzen, denn weitere Kosten kommen noch dazu. Im Alltag hilft der Blick auf den Rohertrag, Preise und Rabatte sinnvoll zu planen, den Einkauf besser zu steuern und schnell zu erkennen, ob sich ein Geschäft wirklich lohnt. Wer ihn regelmäßig prüft, trifft sicherere Entscheidungen.

