Stell dir vor, ein Haus gehört nicht nur einer Person, sondern vielen. Jeder hat vielleicht eine eigene Wohnung darin. Alle zusammen sind die Eigentümer. Damit das Haus gut funktioniert, treffen sie sich manchmal. Dieses Treffen heißt Eigentümerversammlung.
Was passiert dort?
– Die Eigentümer reden über Dinge, die alle betreffen: zum Beispiel das Treppenhaus, das Dach, der Aufzug, der Hof oder die Müllplätze.
– Sie entscheiden, was gemacht werden soll: Muss etwas repariert werden? Brauchen wir neue Lampen? Soll ein Spielplatz gebaut werden?
– Sie sprechen über Geld: Wie viel kostet die Reinigung? Wieviel legen alle jeden Monat zusammen für Hauskosten und spätere Reparaturen?
– Sie schauen sich an, wofür im letzten Jahr Geld ausgegeben wurde.
Wer kommt hin?
– Die Wohnungseigentümer.
– Oft auch der Verwalter. Das ist die Person oder Firma, die sich im Alltag um das Haus kümmert.
– Manchmal gibt es einen Beirat, der hilft und mit aufpasst.
– Mieter kommen normalerweise nicht, weil ihnen die Wohnung nicht gehört.
Wie läuft das ab?
– Alle bekommen vorher eine Einladung. Darin steht, wann und wo das Treffen ist und welche Themen besprochen werden.
– Jemand leitet das Treffen, meist der Verwalter.
– Es wird nacheinander über die Themen gesprochen.
– Wenn man sich nicht einig ist, wird abgestimmt. Die Mehrheit entscheidet.
– Am Ende wird aufgeschrieben, was beschlossen wurde. Das ist das Protokoll.
Wie oft gibt es das?
– Meistens einmal im Jahr. Wenn etwas Dringendes ist, auch öfter.
– Das Treffen kann in einem Raum stattfinden oder manchmal auch online per Videokonferenz.
Warum ist das wichtig?
– Weil viele Dinge am Haus allen zusammen gehören. Nur gemeinsam kann man gute Entscheidungen treffen.
– So bleibt das Haus sicher, sauber und schön.
– Das Geld wird fair geplant und ausgegeben.
Kurz gesagt: Eine Eigentümerversammlung ist das „Haus-Team-Treffen“ der Leute, denen die Wohnungen gehören. Dort wird gemeinsam entschieden, was für das ganze Haus am besten ist.
So läuft die Eigentümerversammlung ab Rechte Pflichten Beschlussfassung und praktische Tipps für Eigentümer
Die Einladung schickt der Verwalter, meist drei Wochen vorher, per E‑Mail reicht. In der Tagesordnung steht, worüber abgestimmt wird. Beschlüsse gibt es in der Regel nur zu angekündigten Punkten. Beispiel: Über die Sanierung der Fassade kann nur entschieden werden, wenn sie auf der Liste steht. Die Versammlung ist beschlussfähig, wenn korrekt eingeladen wurde. Es zählt das Stimmrecht nach Teilungserklärung: oft pro Kopf, manchmal nach Miteigentumsanteilen. Vertreten lassen geht per Vollmacht, am besten schriftlich und konkret. Meist reicht die einfache Mehrheit. Bei baulichen Änderungen reicht sie häufig ebenfalls, die Kosten tragen dann oft die Begünstigten. Alles landet im Protokoll und in der Beschlusssammlung. Wer einen Beschluss kippen will, muss schnell handeln – die Fristen sind kurz.
Eigentümer dürfen fragen, reden und Anträge stellen. Unterlagen kannst du vorher beim Verwalter einsehen, z. B. Angebote oder Abrechnungen. Pflicht ist vor allem: sachlich bleiben, zuhören, andere ausreden lassen, Beschlüsse respektieren oder fristgerecht anfechten. Praktische Tipps: Fragen vorher notieren, Angebote vergleichen lassen, klare Beschlusstexte verlangen („wer macht was bis wann, zu welchem Preis“). Pünktlich kommen, Anwesenheitsliste unterschreiben, Stimmrecht prüfen. Wenn du nicht kannst, gib eine Vollmacht mit genauer Weisung („Ja zur Heizung, Nein zur Kamera“). Nach der Versammlung das Protokoll zeitnah prüfen und bei Fehlern sofort reagieren. Kleine Faustregel: Je besser die Vorbereitung, desto kürzer und nervenschonender die Sitzung.
Fazit
Sie ist das zentrale Gremium der Gemeinschaft: In der Versammlung werden die Themen rund um Verwaltung, Finanzen und Miteinander besprochen und durch Beschlüsse entschieden. Klare Abläufe, Stimmrechte und ein Protokoll sorgen dafür, dass Ergebnisse verbindlich und nachvollziehbar sind. Für den Alltag heißt das: Entscheidungen betreffen alle Eigentümerinnen und Eigentümer direkt und können Ausgaben, Nutzung der Anlage und das Zusammenleben beeinflussen. Wer teilnimmt und mitgestaltet, schützt eigene Interessen und trägt zu einer gut funktionierenden Gemeinschaft bei.

