Auszeit für Eltern: Die Elternkur einfach erklärt

Stell dir vor, deine Eltern haben einen „Eltern-Führerschein-Kurs“ – das ist so ähnlich wie die Elternkur.

Was ist eine Elternkur?

  • Eine Elternkur ist eine Art Urlaub für Eltern, wenn sie sehr müde, gestresst oder traurig sind.
  • Sie fahren dafür oft in ein besonderes Haus, z.B. an die See oder in die Berge.
  • Dort sind Ärzte, Psychologen und Betreuer, die ihnen helfen, sich zu erholen.

Warum brauchen Eltern das?

Eltern müssen sich um vieles kümmern:

    • Arbeiten
    • Kochen, Waschen, Aufräumen
    • Sich um Kinder kümmern
    • Sorgen um Geld, Schule, Familie

Das kann so viel werden, dass sie:

    • ständig müde sind
    • viel streiten
    • schnell wütend werden
    • oft traurig sind oder weinen müssen.

Damit sie wieder lieb, geduldig und fröhlich sein können, brauchen sie manchmal eine Pause. So wie du mal eine Pause von den Hausaufgaben brauchst.

Was machen Eltern in einer Elternkur?

In der Elternkur gibt es:

    • Untersuchungen beim Arzt (ob der Körper gesund ist)
    • Gespräche (damit sie über Sorgen reden können)
    • Entspannungsübungen (zum Beispiel Yoga, Spaziergänge, Atemübungen)
    • Kurse, in denen sie lernen, wie sie besser mit Stress umgehen und mit ihren Kindern reden können

 

Manche Kinder dürfen mitkommen, manche bleiben zu Hause bei Oma, Opa oder anderen Verwandten – das ist von Familie zu Familie verschieden.

Warum ist das gut für dich als Kind?

Wenn deine Eltern eine Elternkur machen:

    • sind sie danach oft ruhiger und glücklicher
    • können sie besser zuhören
    • haben sie manchmal wieder mehr Energie, mit dir zu spielen
    • gibt es vielleicht weniger Streit zu Hause

 

Eine Elternkur heißt also nicht, dass du schuld bist.
Sie bedeutet nur:
„Mama/Papa ist gerade sehr müde und braucht Hilfe, um wieder stark zu werden.“

Merksatz

Elternkur =
Auszeit + Erholung + Hilfe für Eltern,
damit es der ganzen Familie wieder besser geht.

So hilft der Elternkur wirklich neue Kraft zu tanken und den Familienalltag entspannt zu verändern

In einer Elternkur geht es nicht darum, „alles besser zu machen“, sondern erstmal wieder bei sich selbst anzukommen. Viele merken erst dort, wie müde sie eigentlich sind. Feste Ruhezeiten, kein Haushalt, keine Termine – das klingt banal, wirkt aber stark. Der Kopf wird freier, weil niemand etwas von einem will. In Gesprächen mit Therapeutinnen, Pädagogen oder anderen Eltern sortiert man, was im Alltag schief läuft: immer dieselben Streitsituationen, die ständige Erreichbarkeit, das schlechte Gewissen, wenn man mal nein sagt. Man übt, Grenzen klarer zu setzen und sich bewusst Pausen zu nehmen, ohne sich gleich als „Rabenmutter“ oder „Rabenvater“ zu fühlen.

Damit es nicht bei guten Vorsätzen bleibt, wird im Kurs meist ganz konkret geplant: Wer kann zu Hause was übernehmen? Welche Regeln brauchen wir neu, damit der Morgen nicht jeden Tag im Chaos endet? Wie kann ich reagieren, wenn mein Kind schreit, ohne sofort laut zu werden? Da helfen kleine, praktische Schritte: zum Beispiel abends zehn Minuten für sich einbauen, feste Handyzeiten einführen oder Streitgespräche vertagen, wenn alle müde sind. Durch solche Änderungen wird der Alltag nicht perfekt, aber spürbar ruhiger. Und man geht mit dem Gefühl nach Hause: Ich habe wieder etwas in der Hand, statt nur zu funktionieren.

FAQ

Was ist ein Elternkur?
Eine Elternkur ist eine medizinisch verordnete Auszeit für Mütter oder Väter. Sie findet in einer speziellen Klinik statt und kombiniert Erholung, Gespräche und Gesundheitsangebote.

Worin unterscheidet sich eine Elternkur von einer Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Kur?
Bei einer Elternkur steht die Gesundheit des Elternteils im Mittelpunkt. Kinder können oft mitfahren, sind aber eher „Begleitpersonen“. Bei Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Kuren stehen meist gemeinsame Angebote im Vordergrund.

Wer kann eine Elternkur beantragen?
Grundsätzlich alle gesetzlich krankenversicherten Mütter und Väter, die durch Erziehung, Haushalt und Beruf gesundheitlich stark belastet sind. Ob die Kur bewilligt wird, entscheidet die Krankenkasse.

Wie beantrage ich eine Elternkur?
Zuerst sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Dort wird ein Attest ausgefüllt. Mit diesem Attest und einem Antragsformular stellen Sie den Antrag bei Ihrer Krankenkasse.

Muss ich für die Elternkur etwas bezahlen?
In der Regel trägt die Krankenkasse die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Behandlungen. Erwachsene zahlen meist eine gesetzliche Zuzahlung pro Tag, Kinder oft nichts.

Was passiert während einer Elternkur?
Der Tag ist klar strukturiert: Es gibt Gespräche mit Fachleuten, Entspannungsangebote, Bewegung, manchmal Elterntrainings und genug freie Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Ziel ist, neue Kraft zu sammeln und den Alltag besser bewältigen zu können.

Schlussgedanken

Zum Schluss lässt sich sagen: Eine Elternkur bietet Müttern und Vätern die Chance, körperlich und seelisch wieder aufzutanken, Belastungen zu sortieren und neue Kraft für den Familienalltag zu sammeln. Sie ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein verantwortungsvoller Schritt, um langfristig gesund und handlungsfähig zu bleiben. Wer gut für sich sorgt, kann auch besser für seine Kinder da sein – mit mehr Geduld, Gelassenheit und Freude im gemeinsamen Alltag.

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