Was bedeutet Fairtrade? Eine einfache Erklärung

Stell dir vor, du kaufst eine Tafel Schokolade.

Damit du diese Schokolade essen kannst, müssen viele Menschen arbeiten:

    • Bauern bauen die Kakaobohnen an
    • andere Leute machen daraus Schokolade
    • wieder andere bringen sie in den Laden

Oft bekommen die Bauern in armen Ländern sehr wenig Geld für ihre harte Arbeit. Manchmal reicht es kaum für Essen, Schule oder Kleidung für ihre Kinder. Manche Kinder müssen sogar selbst auf dem Feld arbeiten, statt zur Schule zu gehen.

Hier kommt Fairtrade ins Spiel.

Fairtrade bedeutet: fairer Handel.
Das heißt: Die Menschen, die z.B. den Kakao oder Kaffee anbauen, sollen gerecht behandelt werden.

Bei Fairtrade gibt es Regeln:

  1. Die Bauern bekommen mehr Geld.

Sie bekommen einen festen Mindestpreis, damit sie nicht verhungern, auch wenn die Preise fallen.

  1. Kein Kinderarbeit.

Kinder sollen in die Schule gehen und spielen können, nicht auf dem Feld schuften.

  1. Bessere Arbeitsbedingungen.

Die Menschen sollen sicher arbeiten können, z.B. mit Schutzkleidung, ohne gefährliche Gifte.

  1. Umwelt wird geschützt.

Es wird darauf geachtet, dass nicht zu viele giftige Mittel benutzt werden und die Natur nicht kaputtgeht.

Woran erkennst du Fairtrade?
Auf manchen Produkten siehst du ein Fairtrade-Siegel (ein kleines Logo mit Grün, Blau und Schwarz).
Wenn dieses Zeichen drauf ist, heißt das:

    • Die Menschen dahinter wurden fairer behandelt
    • Du hilfst mit deinem Kauf, dass es ihnen besser geht

Zusammengefasst:
Fairtrade heißt: Alle, die bei einem Produkt mithelfen, sollen gerecht bezahlt werden und gut leben können – nicht nur wir, die es am Ende kaufen.

Wie du mit Fairtrade beim Einkaufen wirklich etwas Gutes bewirken kannst

Beim Einkaufen kannst du mit Fairtrade-Produkten direkt Einfluss darauf haben, wie Menschen am Anfang der Lieferkette leben und arbeiten. Wenn du z.B. Kaffee, Schokolade, Tee, Bananen oder Zucker mit Fairtrade-Siegel kaufst, bekommen die Bauern festgelegte Mindestpreise und eine zusätzliche Prämie für Projekte vor Ort, etwa für Schulen, Brunnen oder bessere Werkzeuge. Das heißt: Dein Geld landet nicht nur im Supermarkt oder bei großen Konzernen, sondern ein Teil davon kommt wirklich bei den Menschen an, die die Rohstoffe anbauen. Klar, Fairtrade-Produkte sind oft etwas teurer. Aber der Unterschied sind manchmal nur ein paar Cent pro Packung – und die machen für die Produzentinnen und Produzenten einen spürbaren Unterschied.

Im Alltag hilft es, Schritt für Schritt umzustellen, statt alles auf einmal zu ändern. Du könntest dir zum Beispiel vornehmen: Ab jetzt nur noch Fairtrade-Kaffee oder nur noch Fairtrade-Schokolade zu kaufen. Beim Einkaufen lohnt sich ein kurzer Blick ins Regal: Oft stehen Fairtrade-Produkte direkt neben den anderen, fallen aber leicht durch das Siegel auf der Vorderseite auf. Wenn du unsicher bist, frag im Laden nach oder schau im Online-Shop gezielt nach „Fairtrade“ in der Suche. So gewöhnst du dich an neue Marken und Produkte, ohne dass dein kompletter Einkauf plötzlich viel komplizierter wird. Over time kennst du dann deine Standardprodukte und musst gar nicht mehr groß drüber nachdenken.

FAQ

Was ist Fairtrade?
Fairtrade ist ein System, das Bauern und Arbeiterinnen in ärmeren Ländern bessere Preise, sichere Arbeitsbedingungen und mehr Mitbestimmung sichern soll.

Warum sind Fairtrade-Preise oft höher?
Der höhere Preis deckt nicht nur die Herstellung, sondern auch faire Löhne, menschenwürdige Arbeit und umweltfreundlichere Produktion ab.

Woran erkenne ich Fairtrade-Produkte?
Du erkennst sie an speziellen Siegeln auf der Verpackung, zum Beispiel dem blau-grün-schwarzen Fairtrade-Logo. Diese Siegel zeigen, dass bestimmte Fairtrade-Standards eingehalten wurden.

Bekommen alle in der Lieferkette mehr Geld?
Vor allem die Produzenten am Anfang der Kette, also Bauern und Plantagenarbeiterinnen, sollen verlässliche Mindestpreise und manchmal zusätzliche Prämien für Gemeinschaftsprojekte erhalten.

Ist Fairtrade auch gut für die Umwelt?
Oft ja. Viele Fairtrade-Standards verbieten gefährliche Chemikalien, fördern schonende Anbaumethoden und setzen auf langfristigen Schutz von Boden, Wasser und Natur.

Macht es wirklich einen Unterschied, wenn ich Fairtrade kaufe?
Ein einzelnes Produkt verändert nicht alles, aber viele bewusste Kaufentscheidungen zusammen können dazu beitragen, dass mehr Menschen unter besseren Bedingungen arbeiten und leben.

 

Ist Fairtrade wirklich immer fair? Ein kritischer Blick

Wir alle kennen das bunte Fairtrade-Siegel auf Kaffee, Schokolade oder Bananen. Wenn wir es sehen, greifen wir gerne zu. Wir denken: „Super, damit helfe ich den armen Bauern!“ Und ja, der Gedanke dahinter ist gut. Aber ist wirklich alles Gold, was glänzt?

Es gibt ein paar Dinge bei Fairtrade, die man wissen sollte. Hier sind die drei größten Probleme, einfach erklärt:

1. Das Siegel kostet Geld Stell dir vor, du bist ein kleiner Bauer in Afrika. Du arbeitest hart und fair. Aber um das Fairtrade-Siegel auf deine Produkte drucken zu dürfen, musst du eine Gebühr bezahlen.

  • Das Problem: Viele wirklich arme Kleinbauern können sich diesen „Eintrittspreis“ gar nicht leisten. Sie arbeiten vielleicht sehr fair, dürfen sich aber nicht so nennen. Das Siegel bevorzugt oft diejenigen, die schon etwas mehr Geld haben oder sich in großen Gruppen organisieren.

2. Ein bisschen mehr ist oft nicht genug Fairtrade garantiert einen Mindestpreis. Das bedeutet, der Bauer bekommt sicher einen bestimmten Betrag, auch wenn der Weltmarktpreis fällt.

  • Das Problem: Dieser Mindestpreis ist oft immer noch sehr niedrig. Er schützt zwar vor dem totalen Ruin, aber er reicht oft nicht für ein wirklich gutes Leben, für Arztbesuche oder gute Schulen für die Kinder. Es ist ein „Überleben“, aber kein „Wohlstand“.

3. Wo bleibt das Geld eigentlich? Wenn eine Tafel Fairtrade-Schokolade im Supermarkt 50 Cent mehr kostet als die normale Schokolade, denken wir: „Diese 50 Cent bekommt der Bauer.“

  • Das Problem: Das stimmt meistens nicht. Einen großen Teil dieses Aufpreises behalten die Supermärkte und die Schokoladenhersteller für sich. Beim Bauern kommt oft nur ein sehr kleiner Teil des extra Geldes an.

Fazit: Ist Fairtrade jetzt schlecht?

Nein, Fairtrade ist nicht schlecht! Es ist viel besser, als Produkte ohne Siegel zu kaufen, bei denen die Arbeiter oft ausgebeutet werden. Fairtrade hat das Thema „Gerechtigkeit“ überhaupt erst bekannt gemacht.

Aber es ist keine perfekte Lösung. Es ist ein guter Anfang, aber noch nicht das Ziel.

Mein Tipp für dich: Kauf weiter Fairtrade, das ist ein guter Schritt. Aber wenn du noch mehr tun willst, schau mal nach kleinen Röstereien oder Schokoladen-Marken, die „Direct Trade“ (Direkthandel) machen. Da kaufen die Firmen direkt beim Bauern ohne Zwischenhändler – und oft bleibt dort viel mehr Geld hängen.

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