Anzeige erstatten: So geht’s – ganz einfach erklärt
– Was heißt „Anzeige erstatten“?
Du sagst der Polizei: „Da ist etwas Verbotenes passiert.“ Die Polizei schreibt es auf und prüft, was los ist.
– Wann macht man das?
Zum Beispiel wenn:
– etwas geklaut wurde (Fahrrad, Handy),
– jemand dich schlägt, bedroht oder sehr beleidigt,
– etwas kaputt gemacht wird (Sachbeschädigung),
– jemand im Internet betrügt oder fiese Dinge schickt.
Wichtig: Wenn du oder jemand anderer gerade in Gefahr ist, ruf sofort den Notruf der Polizei an (in Deutschland: 110).
– Wer darf das?
Jeder – auch Kinder. Am besten mit deinen Eltern oder einer anderen erwachsenen Vertrauensperson.
– Wo kann man Anzeige erstatten?
– Bei der Polizei vor Ort (Polizeiwache).
– Am Telefon (bei nicht dringenden Sachen die normale Nummer der Polizei).
– Oft auch online auf der Internetseite der Polizei (heißt manchmal „Online-Wache“).
– Was solltest du erzählen oder mitbringen?
Denk an die 5 W:
– Was ist passiert?
– Wer war beteiligt? (Namen, Beschreibung)
– Wann ist es passiert? (Datum, Uhrzeit)
– Wo ist es passiert?
– Wie ist es passiert? (Ablauf)
Außerdem:
– Beweise: Fotos, Screenshots, Nachrichten, Rechnungen, Seriennummern.
– Zeugen: Wer hat es gesehen? Namen, Kontakt.
– Schäden: Was ist kaputt oder weg? Ungefährer Wert.
Schritt für Schritt
1) Sicherheit zuerst: Bring dich in Sicherheit. Bei Gefahr: Notruf.
2) Hol dir einen Erwachsenen dazu (Eltern, Lehrer, Vertrauensperson).
3) Kontaktiere die Polizei (Wache, Telefon oder online).
4) Erzähle ruhig und ehrlich, was passiert ist. Du musst nichts „beweisen“, nur die Wahrheit sagen.
5) Frag nach der Vorgangs- oder Aktennummer und schreib sie auf. Heb alle Belege gut auf.
6) Die Polizei kann später noch Fragen haben. Das ist normal.
Was passiert danach?
– Die Polizei prüft den Fall und schickt alles an die Staatsanwaltschaft.
– Vielleicht wirst du noch einmal befragt.
– Es kann dauern, bis du etwas hörst. Du kannst mit der Nummer nachfragen.
Wichtige Tipps
– Eine Anzeige kostet kein Geld.
– Lügen ist verboten. Erfinde nichts. Falsche Anzeigen können Ärger machen.
– Du kannst auch als Zeuge Anzeige erstatten, nicht nur als Opfer.
– Wenn du Angst hast: Sprich mit Eltern, Lehrern oder ruf eine Beratungsstelle an (z. B. Opferhilfe).
– Manchmal muss man zusätzlich sagen: „Ich möchte, dass die Person bestraft wird.“ Das heißt Strafantrag. Dabei helfen dir deine Eltern oder die Polizei.
– Wenn etwas online passiert ist: Mach Screenshots, speichere Nachrichten, antworte nicht auf fiese Texte, blockiere die Person.
Kurz gesagt: Sag der Polizei Bescheid, wenn etwas Verbotenes passiert ist. Hol dir Hilfe von Erwachsenen, erzähle die Wahrheit, und heb Beweise auf. So kann die Polizei dir am besten helfen.
Anzeige erstatten leicht gemacht Schritt für Schritt online oder vor Ort mit Zuständigkeiten nötigen Unterlagen Fristen Kosten deinen Rechten und konkreten Tipps
Anzeige geht online oder bei der nächsten Wache. In den meisten Bundesländern heißt das Online-Formular „Internet-/Onlinewache“. Dort füllst du kurz aus, was passiert ist: wer, was, wann, wo, wie. Belege hochladen: Fotos, Rechnungen, Chatverläufe, Kontoauszüge. Vor Ort nimmst du deinen Ausweis, relevante Unterlagen und Namen von Zeugen mit. Du kannst überall Anzeige erstatten, die Polizei leitet es an die zuständige Dienststelle oder Staatsanwaltschaft weiter. Notfall? 110. Täter unbekannt ist kein Problem. Du bekommst eine Vorgangs- oder Aktennummer. Sag dazu, ob du zusätzlich einen Strafantrag stellen willst (bei Antragsdelikten wie Beleidigung, Hausfriedensbruch, einfacher Körperverletzung oder Sachbeschädigung oft nötig). Du hast Anspruch auf Dolmetscher und darfst eine Vertrauensperson mitbringen.
Kosten: die Anzeige selbst ist kostenlos. Ein Strafantrag muss innerhalb von drei Monaten nach Kenntnis von Tat und Täter gestellt werden. Das geht gleich bei der Aufnahme, schriftlich oder online. Du darfst eine Kopie deiner Anzeige verlangen und regelmäßig nach dem Stand fragen; Akteneinsicht gibt es in der Regel über eine Anwältin. Praktisch: direkt nach der Tat alles notieren (Uhrzeit, Ort, Kleidung, Kennzeichen, Besonderheiten). Nichts löschen oder aufräumen, bevor du Beweise gesichert hast. Seriennummern/IMEI parat haben, Karten sperren, Plattformen informieren, Kamerabilder zeitnah anfragen. Bei Diebstahl: Kaufbeleg und Fotos mitbringen. Bei Online-Betrug: Screenshots und Zahlungsnachweise sichern. Keine falschen Angaben machen; „weiß ich nicht“ ist besser als raten.
Fazit
Die wichtigsten Punkte sind nun klar: wissen, an wen man sich wendet, welche Angaben hilfreich sind und was anschließend passiert. Gute Vorbereitung erleichtert den Ablauf und hilft den zuständigen Stellen, zügig und zielgerichtet zu handeln. Das Thema betrifft den Alltag, weil jede und jeder plötzlich Zeugin oder Betroffener werden kann – im Netz, im öffentlichen Raum oder im privaten Umfeld. Wer informiert ist, kann besonnen reagieren, die eigenen Rechte wahren und dazu beitragen, dass Rechtsverstöße aufgeklärt und andere geschützt werden.

