Die Umwelt verstehen (Wissenschaft)
Lektion 2.2: Der Klimawandel – Ursachen, Folgen und die Wärme-Decke
Zuerst klären wir den Unterschied: Das Wetter ist, was morgen passiert (Sonne oder Regen). Das Klima ist, was über viele Jahre hinweg passiert (zum Beispiel: „Im Sommer ist es hier normalerweise warm“). Der Klimawandel ist die langfristige Veränderung dieses normalen Klimas.
1. Die Ursache: Der Treibhauseffekt (Die Wärme-Decke)
Der Treibhauseffekt ist eigentlich etwas Gutes – er macht das Leben auf der Erde überhaupt erst möglich!
A. Die natürliche Wärme-Decke
Stell dir unsere Erde wie ein Haus vor, das eine leichte, unsichtbare Wärme-Decke aus Gasen hat (die Treibhausgase).
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Die Sonne schickt Energie zur Erde (Wärme).
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Ein Teil der Wärme wird wieder ins Weltall zurückgeschickt.
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Die natürliche Decke fängt aber genug Wärme ein, damit es hier warm bleibt (wie in einem Treibhaus aus Glas, daher der Name). Ohne diesen Effekt wäre es hier kalt wie im ewigen Winter!
B. Die verdickte Decke (Das Problem)
Wir Menschen machen diese Decke aber immer dicker. Wie?
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Indem wir Kohle, Öl und Gas verbrennen (z.B. für Strom, Autos, Fabriken). Dabei entsteht riesige Mengen an Kohlenstoffdioxid ($\text{CO}_2$).
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$\text{CO}_2$ ist das wichtigste Treibhausgas. Es sammelt sich in der Atmosphäre und macht die Wärme-Decke dicker.
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Eine dickere Decke lässt weniger Wärme ins All entweichen. Die Folge: Die Erde heizt sich auf.
Andere wichtige Treibhausgase: Neben $\text{CO}_2$ ist Methan (entsteht z.B. bei der Viehzucht und auf Mülldeponien) ein sehr starkes Treibhausgas.
2. Die Folge: Globale Erwärmung und Extremwetter
Die globale Erwärmung ist der Anstieg der durchschnittlichen Temperatur auf der Erde (man spricht vom „Fieber der Erde“). Schon ein Anstieg von 1 oder 2 Grad Celsius hat riesige Folgen:
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Der steigende Meeresspiegel: Die Pole und Gletscher schmelzen ab, und warmes Wasser dehnt sich aus. Inseln und Städte am Meer sind in Gefahr.
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Extremwetter: Das Wetter spielt verrückt! Auf der einen Seite gibt es immer mehr Dürren (zu trocken, kein Wasser für Ernten), auf der anderen Seite immer stärkere Überschwemmungen und Stürme.
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Bedrohung der Artenvielfalt: Viele Tiere und Pflanzen können sich nicht schnell genug an die neue Wärme anpassen und sterben aus.
3. Wissenschaft und Zukunft: Klimamodelle
Woher wissen Wissenschaftler, was in 50 Jahren passiert? Sie nutzen Klimamodelle.
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Was ist ein Klimamodell? Das sind extrem komplizierte Computerprogramme. Die Forscher füttern diese Programme mit allen bekannten Daten (Wetter, Meeresströmungen, Treibhausgas-Ausstoß, Wälder).
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Der Blick in die Zukunft: Das Modell rechnet dann aus, was passiert, wenn wir…
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…viel $\text{CO}_2$ ausstoßen (Worst-Case-Szenario).
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…sofort damit aufhören (Best-Case-Szenario).
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Wichtig: Klimamodelle können nicht das Wetter von morgen voraussagen, aber sie können uns sehr genau sagen, welche durchschnittlichen Veränderungen in den nächsten Jahrzehnten auf uns zukommen – deshalb sind sie die Grundlage für alle politischen Entscheidungen zum Klimaschutz.
📝 Zusammenfassung für dich
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Ursache: Wir machen die natürliche Wärme-Decke der Erde (Treibhauseffekt) durch zu viel $\text{CO}_2$ (beim Verbrennen von fossilen Brennstoffen) zu dick.
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Folge: Die globale Durchschnittstemperatur steigt, was zu Meeresspiegelanstieg und Extremwetter führt.
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Wissenschaft: Klimamodelle helfen uns, die Zukunft zu planen und zu sehen, wie dringend wir handeln müssen.