Stell dir vor, in deinem Kopf gibt es zwei „Etagen“:
- Das Bewusstsein – das bist du, wenn du wach denkst
- „Was esse ich jetzt?“
- „Welche Hausaufgabe muss ich machen?“
- „Mit wem will ich spielen?“
- Das Unterbewusstsein – die geheime, unsichtbare Etage darunter
- Du merkst sie nicht direkt
- Aber sie hilft dir die ganze Zeit im Hintergrund
Was ist das Unterbewusstsein?
Das Unterbewusstsein ist wie:
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- Eine riesige Bibliothek in deinem Kopf
Dort werden alle Erinnerungen, Gefühle und Erfahrungen gespeichert – auch die ganz alten.
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- Ein Autopilot
Es hilft dir, Dinge automatisch zu machen, ohne dass du extra darüber nachdenken musst.
Beispiele:
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- Du musst nicht mehr jeden Buchstaben denken, wenn du deinen Namen schreibst.
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- Du fährst vielleicht später mit dem Fahrrad und denkst nicht über jede Bewegung nach.
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- Du atmest, blinzelst und läufst, ohne dauernd daran zu denken.
Das macht alles dein Unterbewusstsein.
Was speichert das Unterbewusstsein?
- Erinnerungen: schöne und blöde Momente
- Gefühle: was dir Angst macht, was dir Spaß macht
- Gewohnheiten: z.B. immer nach der Schule erst essen, dann spielen
- Glaubenssätze: Dinge, die du über dich denkst, z.B.
- „Ich bin gut in Mathe.“
- oder „Ich bin schlecht im Sport.“
Solche Gedanken wiederholen sich und rutschen ins Unterbewusstsein. Dann fühlst du sie irgendwann „einfach so“.
Wie beeinflusst es uns?
Das Unterbewusstsein:
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- beeinflusst, wie du dich fühlst
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- Hast du oft gehört: „Du schaffst das!“, glaubst du eher an dich.
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- Hast du oft gehört: „Du kannst das nicht!“, traust du dich vielleicht weniger.
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- beeinflusst, wie du reagierst
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- Hattest du mal Angst vor einem Hund, kann später dein Herz schneller schlagen, wenn ein Hund kommt – auch wenn du weißt, der ist lieb.
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- beeinflusst, was du tust
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- Wenn du dir oft sagst: „Ich übe fleißig“, übst du eher wirklich mehr.
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- Wenn du denkst: „Ich bin sowieso zu schlecht“, gibst du schneller auf.
Kann man das Unterbewusstsein verändern?
Ja, aber es dauert ein bisschen – wie beim Trainieren.
Du kannst dein Unterbewusstsein „füttern“ mit:
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- Worten
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- Sag dir selbst lieber: „Ich probiere es nochmal“ statt „Ich bin dumm“.
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- Bildern im Kopf
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- Stell dir vor, wie du etwas schaffst (z.B. ein Tor schießen, ein Referat halten).
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- Wiederholung
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- Je öfter du etwas denkst, desto eher glaubt es dein Unterbewusstsein.
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So lernen auch Sportler, Musiker oder Schauspieler – sie üben nicht nur, sie stellen sich im Kopf vor, wie sie es gut machen.
Wichtig zu wissen
- Das Unterbewusstsein ist nicht böse und nicht gut – es speichert einfach, was du erlebst und denkst.
- Erwachsene haben auch ein Unterbewusstsein. Viele ihrer Ängste und Gewohnheiten kommen von Dingen, die sie als Kind erlebt haben.
- Du kannst lernen, besser auf deine Gedanken zu achten – und freundlicher mit dir selbst zu sprechen. Damit hilfst du deinem Unterbewusstsein, dich zu unterstützen.
Kurz gesagt:
Das Unterbewusstsein ist wie ein stiller Helfer in deinem Kopf.
Es merkt sich sehr viel und steuert viele deiner Gefühle und Gewohnheiten – auch wenn du das gar nicht bewusst bemerkst.
Wie du dein Unterbewusstsein besser verstehst und positiv beeinflusst
Dein Unterbewusstsein zeigt sich vor allem in deinen automatischen Reaktionen. Achte ein paar Tage lang bewusst darauf, wie du in typischen Situationen reagierst: wenn dich jemand kritisiert, wenn du einen Fehler machst, wenn etwas Ungeplantes passiert. Spür hin, welche Gedanken und Gefühle hochkommen, bevor du „vernünftig“ reagierst. Genau dort sitzt oft ein altes Muster. Du kannst auch auf deine Sprache achten: Sätze wie „Ich kann das nicht“, „Das ist typisch für mich“ oder „So bin ich eben“ sind Hinweise auf Überzeugungen, die im Hintergrund laufen. Schreib dir solche Sätze ruhig auf. Schwarz auf Weiß wird schnell klar, was in dir eigentlich ständig mitredet.
Um dein Unterbewusstsein positiv zu beeinflussen, brauchst du keine komplizierten Techniken. Wichtiger ist, dass du konsequent kleine Dinge änderst. Wenn du zum Beispiel denkst „Ich mache eh alles falsch“, ersetze das bewusst durch „Ich lerne noch, aber ich werde besser“ und wiederhole das immer dann, wenn der alte Gedanke auftaucht. Das wirkt anfangs künstlich, ist aber wie das Umlenken einer Gewohnheit. Hilfreich sind auch einfache Routinen: dir abends drei Dinge notieren, die gut liefen, oder dir vor einem Meeting kurz sagen, was du kannst, statt was schiefgehen könnte. Mit der Zeit gewöhnt sich dein Unterbewusstsein an diese neue Richtung – ähnlich wie ein Pfad, der klarer wird, je öfter du ihn gehst.
Abschluss
Abschließend lässt sich sagen: Unser Unterbewusstsein arbeitet ständig im Hintergrund, speichert Erfahrungen, Gefühle und Gewohnheiten und beeinflusst damit unser Denken, Handeln und Fühlen mehr, als uns meist bewusst ist. Indem wir aufmerksamer für innere Muster werden, lernen, unsere Reaktionen zu beobachten und neue, förderliche Routinen aufzubauen, können wir diesen verborgenen Bereich Schritt für Schritt besser nutzen. Das ist im Alltag wichtig, weil es uns hilft, bewusster zu entscheiden, gelassener mit Herausforderungen umzugehen und unser Leben stärker nach den eigenen Werten und Zielen auszurichten.

