Du kennst das Gefühl: Du schaust dir online ein paar schicke Sneaker an, kaufst sie aber nicht. Kurze Zeit später öffnest du eine Nachrichten-Seite oder dein Instagram-Profil – und genau diese Sneaker strahlen dich in einer Anzeige wieder an. Ein Zufall? Sicher nicht. Das ist digitale Verfolgung mit System.
Das Fazit (TL;DR)
Dahinter steckt eine Technik namens Retargeting. Webseiten markieren dich mit einem sogenannten Cookie (einem digitalen „Sticker“). Werbenetzwerke erkennen diesen Sticker auf anderen Seiten wieder und zeigen dir gezielt die Produkte, die du dir zuvor angesehen hast, um dich zum Kauf zu animieren.
Wie funktioniert das genau? (Die „Sticker“-Metapher)
Um das Prinzip zu verstehen, hilft ein Vergleich mit der echten Welt:
Stell dir vor, du gehst in ein Schuhgeschäft in der Stadt. Du schaust dir ein Paar blaue Sneaker an, stellst sie aber wieder ins Regal und verlässt den Laden. In dem Moment, in dem du gehst, klebt dir der Verkäufer unbemerkt einen kleinen, unsichtbaren Sticker mit dem Bild der Schuhe auf den Rücken.
Während du den Rest des Tages durch die Stadt läufst, passiert folgendes: Jede Werbetafel, an der du vorbeikommst, hat einen Scanner. Dieser Scanner liest den Sticker auf deinem Rücken und ändert sofort das Plakat – plötzlich siehst du überall nur noch Werbung für genau diese blauen Sneaker.
In der digitalen Welt ist dieser Sticker ein „Cookie“ oder ein „Pixel“.
Der Ablauf in 4 Schritten
So sieht die technische Kette aus, ohne dass du es merkst:
| Schritt | Was passiert? |
| 1. Der Besuch | Du besuchst einen Online-Shop und schaust dir ein Produkt an. |
| 2. Die Markierung | Der Shop speichert eine kleine Textdatei (Cookie) in deinem Browser oder aktiviert einen unsichtbaren Code (Pixel). |
| 3. Das Wiedererkennen | Du besuchst eine ganz andere Webseite (z. B. Facebook oder einen Blog). Diese Seite arbeitet mit demselben Werbenetzwerk zusammen wie der Shop. |
| 4. Die Ausspielung | Das Netzwerk erkennt deinen „Sticker“ und liefert genau die Anzeige aus, die zu deinem vorherigen Interesse passt. |
Warum machen Unternehmen das?
Unternehmen nutzen Retargeting aus einem einfachen Grund: Es funktioniert. Statistiken zeigen, dass nur etwa 2 % der Nutzer beim ersten Besuch einer Webseite etwas kaufen. Die restlichen 98 % gehen verloren – es sei denn, man erinnert sie an ihr Interesse. Durch die ständige Wiederholung (in der Psychologie als Mere-Exposure-Effekt bekannt) werden uns die Produkte vertrauter, und die Hemmschwelle für den Kauf sinkt.
Ist das gefährlich oder verboten?
Nein, gefährlich ist es nicht, und es ist auch kein Virus. Es ist ein reines Marketing-Tool. Seit der Einführung der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) müssen Webseiten dich jedoch fragen, ob sie diese „Sticker“ (Cookies) verwenden dürfen. Deshalb siehst du überall diese Cookie-Banner.
Wenn du das „Verfolgt-Werden“ stoppen möchtest, hast du drei einfache Möglichkeiten:
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Cookies ablehnen: Klicke bei Cookie-Bannern auf „Nur notwendige akzeptieren“.
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Browser-Daten löschen: Leere regelmäßig deinen Cache und die Cookies in deinen Browser-Einstellungen.
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Ad-Blocker nutzen: Diese verhindern oft das Laden der Tracking-Codes.
Was meinst du?
Findest du Retargeting praktisch, weil du an Dinge erinnert wirst, die du wirklich magst, oder empfindest du es als nervig? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare!

