Stell dir vor, jemand bekommt beim Spielen eine „Zeitstrafe“, weil er eine wichtige Regel gebrochen hat. Ein Fahrverbot ist so eine Zeitstrafe – nur fürs Fahren.
– Was ist ein Fahrverbot?
Für eine bestimmte Zeit (meist 1 bis 3 Monate) darf man kein motorisiertes Fahrzeug fahren. Also kein Auto, Motorrad, Moped oder E‑Scooter. Fahrradfahren, Bus und Bahn sind okay.
– Warum bekommt man das?
Zum Beispiel, wenn man:
– viel zu schnell fährt,
– bei Rot über die Ampel fährt,
– mit dem Handy am Steuer spielt,
– Alkohol getrunken hat und dann fährt,
– oder sehr oft Regeln bricht.
– Was passiert dabei?
Man muss seinen Führerschein für die Zeit abgeben. Danach bekommt man ihn wieder – und darf wieder fahren.
– Was ist der Unterschied zum „Führerscheinentzug“?
– Fahrverbot = nur eine Pause. Führerschein gibt’s danach automatisch zurück.
– Führerscheinentzug = der Führerschein ist weg. Man muss ihn neu beantragen und manchmal Prüfungen machen. Das dauert länger.
– Wichtig:
Während des Fahrverbots trotzdem zu fahren ist richtig verboten und gibt großen Ärger.
Kurz gesagt: Fahrverbot = Fahr-Pause als Strafe, weil man im Straßenverkehr etwas Gefährliches gemacht hat. Danach darf man wieder losfahren – hoffentlich vorsichtiger als vorher.
Gründe Dauer Ausnahmen und deine besten Schritte bei einem Fahrverbot
Ein Fahrverbot droht bei groben Verstößen: zum Beispiel innerorts 31 km/h zu schnell, zweimal 26 km/h zu schnell innerhalb eines Jahres, Alkohol ab 0,5 Promille, Drogen am Steuer oder ein Rotlichtverstoß mit Gefährdung bzw. bei länger als 1 Sekunde Rot. Die Dauer liegt bei Ordnungswidrigkeiten meist bei 1 Monat, in härteren Fällen 2 oder 3. Bei Straftaten kann das Gericht 1 bis 6 Monate verhängen. Eine „Ausnahme zum Pendeln“ gibt es nicht. Absehen vom Fahrverbot klappt nur selten, etwa bei einem einmaligen Augenblicksversagen oder wenn das Verbot die wirtschaftliche Existenz konkret bedroht; Außendienst allein überzeugt Gerichte oft nicht. Ersttäter bekommen in der Regel eine Vier-Monats-Frist und können den Start selbst legen. Die Sperre läuft ab Abgabe des Führerscheins in vollen Kalendermonaten – gibst du am 10. ab, endet sie am 10. des Folgemonats.
Nach Erhalt des Bescheids gilt: Fristen prüfen. Einspruch ist zwei Wochen ab Zustellung möglich. Im Anhörungsbogen nur Personalien angeben, zur Sache musst du nichts sagen. Foto, Messdaten und Toleranz prüfen (über Anwalt Akteneinsicht holen). Typische Ansatzpunkte: unscharfes Fahrerfoto, Messfehler, Verjährung, falsche Zustellung. Wenn die Vier-Monats-Frist gilt, Termin clever wählen: Urlaub, Projektpause, Monatskarte besorgen, Fahrgemeinschaft klären, Chef informieren. Führerschein rechtzeitig bei der Behörde abgeben oder per Einschreiben schicken; Quittung aufheben. Während des Verbots kein Kraftfahrzeug führen – auch kein E-Scooter. Fahrrad geht, aber Alkohol bleibt heikel. Punkte im Blick behalten; ein Fahreignungsseminar kann einen Punkt abbauen, ersetzt das Fahrverbot aber nicht.
Abschluss
Kurz gefasst: Sie wissen nun, was ein Fahrverbot bedeutet, warum es verhängt werden kann, welche Folgen es hat und welche Schritte dabei typischerweise anstehen. Entscheidend ist, Bescheide aufmerksam zu lesen, Fristen im Blick zu behalten und überlegt zu reagieren. Dieses Wissen hilft im Alltag, weil ein Fahrverbot Wege zur Arbeit, familiäre Verpflichtungen und Termine unmittelbar beeinflussen kann. Wer die Grundzüge kennt, kann besser vorbeugen, rechtzeitig planen und im Ernstfall ruhig und informiert handeln.

