Stell dir vor, du hast eine tolle Idee für einen Eisladen: Name, Logo, Lieblingssorten, schöne Deko.
Das ist deine „Marke“.
Jetzt wollen viele Leute in anderen Städten GENAU SO einen Eisladen machen, weil deine Idee so gut ist.
Das nennt man ungefähr „Franchising“:
Einer hat die Idee (Franchise-Geber) – andere machen Läden nach dieser Idee (Franchise-Nehmer).
Damit das fair und ohne Ausbeutung läuft, braucht es ein paar einfache Regeln:
1. Beide Seiten sind wichtig
- Der Franchise-Geber gibt:
- den Namen und das Logo
- die Rezepte
- Tipps, wie man den Laden gut führt
- Der Franchise-Nehmer macht:
- den Laden vor Ort
- die Arbeit mit den Kunden
- das Team vor Ort
Ohne Idee gibt es keinen Laden.
Ohne Laden gibt es keine Kunden.
Beide Seiten sind gleich wichtig – keiner ist „besser“.
2. Ehrliche und klare Abmachungen
Stell dir einen Vertrag wie Spielregeln vor.
Fair ist, wenn:
-
- alles verständlich erklärt ist (keine komplizierten Geheimwörter)
-
- beide wissen:
-
- Wie viel Geld muss man bezahlen?
-
- Was bekommt man dafür?
-
- Wie lange gilt die Abmachung?
-
- Wie kann man aufhören, wenn es nicht mehr passt?
Unfair wäre, wenn:
-
- versteckte Kosten drinstehen
-
- man fast nicht aus dem Vertrag rauskommt
-
- nur der eine alles bestimmen darf
3. Genug Geld übrig für alle
Der Franchise-Nehmer muss oft:
-
- eine Startgebühr zahlen (für den Namen und die Idee)
-
- jeden Monat etwas abgeben (weil er mit der Marke Geld verdient)
Fair ist, wenn:
-
- nach allen Kosten der Ladenbesitzer noch gut leben kann
-
- Angestellte ordentlich bezahlt werden
-
- es nicht nur für den Franchise-Geber viel Geld gibt
Einfach gesagt:
Es darf nicht so sein, dass einer reich wird und alle anderen kaum genug haben.
4. Hilfe statt nur „Befehle“
Der Franchise-Geber sollte nicht nur sagen:
„Du MUSST das so machen!“
Sondern auch:
-
- beim Start helfen
-
- Schulungen geben (wie man besser verkauft, wie man gut mit Kunden umgeht)
-
- bei Problemen da sein
Partnerschaftlich heißt:
Man arbeitet zusammen, man hilft sich – wie in einer guten Fußballmannschaft.
5. Respekt und gute Behandlung
Fair ist auch:
-
- anständig mit Menschen sprechen
-
- niemanden anschreien oder unter Druck setzen
-
- zuhören, wenn jemand eine Idee oder ein Problem hat
Zum Beispiel:
Wenn der lokale Besitzer sagt:
„Bei uns mögen die Leute lieber Erdbeereis als Bananeneis“
kann man zuhören und gemeinsam überlegen, ob man die Sorten anpasst.
6. Gemeinsam besser werden
In einem fairen Franchise-System:
-
- teilen alle ihre Erfahrungen:
-
- Was klappt gut?
-
- Was klappt schlecht?
-
- lernen alle voneinander
-
- versuchen alle zusammen, die Läden und die Arbeit für Mitarbeiter immer besser zu machen
So profitieren alle, nicht nur einer.
Kurz gesagt:
Franchising ohne Ausbeutung funktioniert, wenn:
- Beide Seiten wichtig sind – keiner ist „oben“ und der andere „unten“.
- Die Regeln klar und ehrlich sind – keine fiesen Fallen im Vertrag.
- Genug Geld für alle bleibt – auch für Angestellte.
- Hilfe und Unterstützung da sind – nicht nur Befehle.
- Respektvoll miteinander umgegangen wird.
- Alle gemeinsam lernen und besser werden wollen.
Dann ist es wirklich fair & partnerschaftlich – wie ein gutes Team, das zusammen einen tollen Eisladen führt.
Klare Spielregeln für ein faires Miteinander zwischen Franchisegebern und Franchisenehmern
Klare Regeln sind im Franchising so etwas wie die Straßenverkehrsordnung: Alle wissen, was erlaubt ist, was nicht geht und welche Folgen Verstöße haben. Dazu gehört zum Beispiel, wie hohe Gebühren gezahlt werden, wer welche Werbekosten übernimmt oder wie mit schlechten Standortzahlen umgegangen wird. Wichtig ist, dass diese Punkte nicht nur im Vertrag stehen, sondern auch vorher offen besprochen werden. Ein Franchisenehmer sollte schon vor der Unterschrift genau wissen, welche Pflichten auf ihn zukommen, wie lange der Vertrag läuft und wie er wieder aussteigen kann, falls es nicht passt.
Genauso wichtig sind klare Regeln für den Alltag im Betrieb. Wer entscheidet über Ladenöffnungszeiten, Produktauswahl oder lokale Aktionen? Wo hat der Franchisenehmer Freiheit, wo ist der Rahmen eng gesteckt? Praktisch hilft es, wenn es feste Ansprechpartner beim Franchisegeber gibt, regelmäßige Gespräche und einfache Wege, Probleme anzusprechen, ohne gleich mit Anwälten drohen zu müssen. So entsteht nicht das Gefühl, von oben gesteuert zu werden, sondern eher ein Miteinander, bei dem beide Seiten wissen: An diese Spielregeln halten wir uns, und zwar verlässlich.
FAQ
Was ist Franchising überhaupt?
Franchising ist ein Geschäftsmodell: Eine Firma (Franchisegeber) erlaubt anderen Selbstständigen (Franchisenehmern), ihre Marke, Produkte und ihr erprobtes Konzept zu nutzen – gegen Gebühren und nach klaren Regeln.
Wie kann Franchising fair und partnerschaftlich sein?
Fair ist es, wenn beide Seiten profitieren: Der Franchisegeber bietet echte Unterstützung, transparente Kosten und Mitsprachemöglichkeiten. Der Franchisenehmer hält sich an die vereinbarten Standards und trägt seinen Teil zum gemeinsamen Erfolg bei.
Woran erkennt man faire Franchise-Verträge?
An klaren, verständlichen Regelungen. Zum Beispiel: genaue Auflistung aller Gebühren, faire Vertragslaufzeiten, nachvollziehbare Kündigungsregeln und realistische Umsatz- und Gewinnschätzungen statt unrealistischer Versprechen.
Was ist das Risiko für Franchisenehmer – und wie lässt es sich begrenzen?
Das Risiko ist, Geld in ein System zu stecken, das nicht zu einem passt oder schlecht geführt ist. Begrenzt wird es durch gründliche Prüfung des Systems, Gespräche mit bestehenden Partnern, unabhängige Beratung und genügend finanzielle Reserven.
Welche Unterstützung sollten Franchisenehmer erwarten können?
Zum Beispiel Schulungen, Hilfe bei Standortwahl und Eröffnung, Marketingmaterial, laufende Beratung und klare Ansprechpersonen. Unterstützung bedeutet nicht Kontrolle in jedem Detail, sondern Hilfe, erfolgreich selbstständig zu arbeiten.
Wie lässt sich Ausbeutung im Franchising vermeiden?
Durch Transparenz, Mitbestimmung und realistische wirtschaftliche Bedingungen: faire Gebühren, angemessene Arbeitszeiten, Respekt vor lokalen Gegebenheiten und die Bereitschaft, Verträge zu überprüfen und bei Problemen gemeinsam Lösungen zu finden.
Zusammenfassung
Am Ende zeigt sich: Faires Franchising ist kein Idealbild, sondern eine Frage von Haltung, klaren Regeln und gelebter Verantwortung. Wenn Gebühren transparent sind, Leistungen und Gegenleistungen im Gleichgewicht stehen und beide Seiten auf Augenhöhe zusammenarbeiten, können alle profitieren – Franchisegeber, Franchisenehmerinnen und -nehmer sowie die Beschäftigten.
Für den Alltag bedeutet das: Wer ein Franchise gründen oder in einem solchen Betrieb arbeiten möchte, sollte genau hinschauen, wie fair die Strukturen wirklich sind. Und auch Kundinnen und Kunden haben Einfluss, indem sie Unternehmen unterstützen, die respektvolle Arbeitsbedingungen und partnerschaftliche Zusammenarbeit ernst nehmen. So wird aus einem reinen Geschäftsmodell ein Miteinander, das wirtschaftlichen Erfolg mit Würde und Fairness verbindet.

