Kompromissbereitschaft heißt:
Ich bin bereit, mich mit jemandem in der Mitte zu treffen, damit wir beide zufrieden sind.
Stell dir vor:
- Du willst Fußball spielen.
- Deine Freundin will Verstecken spielen.
Wenn ihr euch ständig streitet, hat am Ende niemand Spaß.
Wenn ihr aber einen Kompromiss macht, kann es so aussehen:
- Erst spielt ihr 20 Minuten Fußball
- Danach 20 Minuten Verstecken
Oder ihr denkt euch ein neues Spiel aus, in dem ihr beides ein bisschen habt.
Wichtig ist: Beide geben etwas nach, keiner bekommt zu 100 % seinen Willen.
Was bedeutet Kompromissbereitschaft?
- Du hörst zu, was der andere möchte.
- Du sagst ehrlich, was du möchtest.
- Du suchst eine Lösung, bei der beide etwas davon haben.
- Du bist bereit zu sagen: „Okay, ich mache ein bisschen anders, damit es für uns beide passt.“
Warum ist Kompromissbereitschaft wichtig?
- Weniger Streit
Wenn alle nur ihren eigenen Willen wollen, gibt es dauernd Krach.
- Mehr Freundschaft
Wer Kompromisse macht, zeigt: „Du bist mir wichtig.“
- Gerechte Lösungen
Nicht nur einer gewinnt, sondern alle haben etwas davon.
- Man lernt für später
Auch Erwachsene müssen oft Kompromisse machen – in der Familie, in der Schule, bei der Arbeit.
Einfache Beispiele
- Du willst die große Schokolade, dein Bruder auch →
Kompromiss: Ihr teilt sie in zwei gleich große Stücke.
- Du willst länger wach bleiben, deine Eltern nicht →
Kompromiss: Du darfst heute 10 Minuten länger aufbleiben, dafür gehst du morgen pünktlich ins Bett.
Merksatz:
Kompromissbereitschaft heißt: Ich will nicht nur gewinnen, ich will, dass es für uns beide gut wird.
Wie du Kompromissbereitschaft im Alltag lernst und fair anwendest
Kompromissbereitschaft lernst du am besten in kleinen Alltagssituationen. Zum Beispiel, wenn ihr als WG entscheidet, wer wann das Bad putzt, oder wenn du mit deinem Partner klärst, wie ihr das Wochenende aufteilt. Frag dich dabei: Was ist mir wirklich wichtig, und wo kann ich nachgeben, ohne mich zu verbiegen? Statt stur an deinem ersten Vorschlag festzuhalten, mach ein alternatives Angebot: „Mir ist der Samstag wichtig, aber Sonntag kannst du planen.“ So merkst du mit der Zeit, dass du weder alles verlierst noch alles gewinnen musst, damit es fair ist.
Fair anwenden heißt auch, nicht immer die gleichen Personen nachgeben zu lassen. Wenn du bemerkst, dass du oder der andere ständig „den Kürzeren zieht“, sprich es an. Du kannst zum Beispiel sagen: „Letztes Mal bin ich dir entgegengekommen, lass uns diesmal eher nach meiner Lösung schauen.“ Achte darauf, dass ihr beide hinter dem Kompromiss stehen könnt und niemand heimlich sauer ist. Ein guter Test ist: Würdest du die getroffene Lösung einem Freund mit ruhigem Gewissen erklären? Wenn ja, ist der Kompromiss meistens ausgewogen genug.
Schlussgedanken
Abschließend lässt sich sagen: Kompromissbereitschaft bedeutet nicht, sich selbst aufzugeben, sondern gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden. Wer zuhören kann, die eigene Position klar benennt und zugleich die Sichtweisen anderer ernst nimmt, schafft Vertrauen und stärkt Beziehungen. Im Alltag – ob in Partnerschaft, Familie, Freundeskreis oder Beruf – hilft diese Haltung, Konflikte zu entschärfen, Missverständnisse zu vermeiden und ein faires Miteinander zu ermöglichen. So wird aus Gegensätzen keine dauerhafte Front, sondern eine Chance, gemeinsam einen Weg zu wählen, mit dem alle gut leben können.

