Psychische Flexibilität einfach erklärt

Stell dir vor, deine Psyche (also deine Gedanken, Gefühle und dein Inneres) ist wie ein Gummiband – nicht hart wie ein Stock.

Psychische Flexibilität bedeutet:

  1. Gefühle dürfen da sein
    • Du darfst traurig, wütend, ängstlich oder fröhlich sein.
    • Du musst die Gefühle nicht wegdrücken.
    • Du sagst innerlich: „Okay, dieses Gefühl ist jetzt da.“
  1. Trotzdem kannst du entscheiden, was du tust
    • Auch wenn du Angst hast, kannst du z.B. trotzdem ein Referat halten.
    • Auch wenn du wütend bist, musst du niemanden anschreien.
    • Du fragst dich: „Was ist jetzt wichtig? Wie will ich mich verhalten?“
  1. Wie ein Kapitän auf einem Schiff
    • Deine Gefühle sind wie Wetter: Sonne, Regen, Sturm.
    • Der Kapitän (also du!) kann das Wetter nicht stoppen.
    • Aber du kannst trotzdem das Steuer halten und in die Richtung fahren, die dir wichtig ist.
  1. Gedanken sind wie vorbeifahrende Autos
    • „Ich bin nicht gut genug.“
    • „Das schaffe ich nie.“
    • Diese Gedanken sind wie Autos auf der Straße.
    • Du musst nicht in jedes Auto einsteigen. Du kannst sie vorbeifahren lassen.
  1. Auf das schauen, was dir wichtig ist
    • Familie, Freunde, Tiere, Lernen, Fairness …
    • Psychisch flexibel sein heißt:

„Auch wenn ich gerade ein doofes Gefühl oder einen blöden Gedanken habe, versuche ich so zu handeln, wie es zu meinen Werten passt.“


Kurz zusammengefasst:

  • Gefühle: dürfen da sein.
  • Gedanken: kommen und gehen.
  • Du: entscheidest trotzdem, was du tust.

Das ist psychische Flexibilität.

Wie du psychische Flexibilität im Alltag stärkst praktische Schritte und einfache Übungen

Psychische Flexibilität stärkst du nicht mit einem großen Programm, sondern mit kleinen Sachen im Alltag. Eine einfache Übung: Wenn dich etwas stresst, bleib kurz stehen, atme dreimal ruhig ein und aus und benenne in Gedanken, was gerade los ist: „Ich merke Anspannung“, „Ich habe Angst, etwas falsch zu machen“. Du kommentierst das nur, statt sofort zu reagieren. So schaffst du einen kleinen Abstand zwischen Gefühl und Handlung. Eine andere Möglichkeit: Wenn du merkst, dass du grübelst, stell dir vor, deine Gedanken laufen wie Untertitel auf einem Bildschirm. Du schaust sie dir kurz an und entscheidest dann bewusst, ob du ihnen folgen willst oder nicht.

Hilfreich ist auch, jeden Tag eine kleine Sache zu tun, die zu deinen Werten passt, auch wenn du keine Lust hast. Wenn dir zum Beispiel Familie wichtig ist, ruf jemanden an, statt nur Nachrichten zu schreiben. Wenn dir Gesundheit wichtig ist, geh fünf Minuten spazieren, auch wenn es nur um den Block ist. Wichtig ist nicht, dass es perfekt ist, sondern dass du trotz unangenehmer Gefühle handlungsfähig bleibst. Mit der Zeit merkst du: Gefühle und Gedanken dürfen da sein, aber sie bestimmen nicht automatisch, was du tust.

Fazit

Zum Schluss lässt sich sagen: Psychische Flexibilität hilft dabei, mit den Höhen und Tiefen des Lebens beweglich umzugehen, statt starr an Vorstellungen, Gefühlen oder Gewohnheiten festzuhalten. Sie bedeutet, die eigenen Gedanken und Emotionen bewusst wahrzunehmen, inneren Abstand zu gewinnen und sich dennoch an den eigenen Werten auszurichten. Das ist im Alltag wichtig, weil es ermöglicht, auch in schwierigen Momenten handlungsfähig zu bleiben, Entscheidungen bewusster zu treffen und Beziehungen lebendiger zu gestalten. Stück für Stück geübt, kann diese innere Beweglichkeit dazu beitragen, das eigene Leben stimmiger, freier und verbundener zu erleben.

War diese Erklärung hilfreich?
✨ Ich kann es besser erklären / Fehler gefunden

Newsletter

Gebe Deine E-Mail-Adresse ein und abonniere unseren Newsletter.