Reizüberflutung – wenn alles zu viel wird

Stell dir dein Gehirn wie einen Computer oder wie ein Postamt vor.

Jeden Tag kommen ganz viele „Briefe“ bei dir an:

    • Geräusche (reden, Musik, Straßenlärm)
    • Dinge, die du siehst (Licht, Menschen, Bildschirme)
    • Gerüche
    • Gefühle aus deinem Körper (Hunger, Müdigkeit, Schmerzen)
    • Gedanken und Sorgen

Normalerweise sortiert dein Gehirn diese „Briefe“:

    • Wichtiges nach vorne
    • Unwichtiges nach hinten

Reizüberflutung bedeutet:
Es kommen zu viele Briefe auf einmal.
Der Computer oder das Postamt im Kopf sagt dann:
„Stopp, das ist mir zu viel! Ich schaffe das nicht mehr!“

Dann kann Folgendes passieren:

    • Du wirst schnell genervt oder wütend
    • Du möchtest nur noch Ruhe und weggehen
    • Du kannst dich nicht mehr gut konzentrieren
    • Du bekommst vielleicht Kopfweh oder Bauchweh
    • Du fängst an zu weinen oder wirst ganz still
    • Geräusche oder Licht tun dir plötzlich richtig weh

Das passiert zum Beispiel:

    • in der Schule, wenn es laut ist und viele reden
    • im Supermarkt (viele Menschen, Musik, bunte Dinge)
    • wenn mehrere Leute gleichzeitig etwas von dir wollen
    • wenn du sehr müde bist oder schlecht geschlafen hast
    • bei viel Handy, Tablet, Fernseher nacheinander

Wichtig zu wissen:

    • Reizüberflutung ist nichts Schlimmes und du bist nicht „komisch“.
    • Das passiert vielen Menschen, auch Erwachsenen.
    • Manchmal haben Menschen mit ADHS oder Autismus das öfter, aber es kann jeden treffen.

Was hilft, wenn alles zu viel wird?

    • In einen ruhigeren Raum gehen
    • Augen zumachen oder in eine andere Ecke schauen
    • Tief ein- und ausatmen (langsam wie ein Luftballon)
    • Ohrstöpsel oder Kopfhörer aufsetzen
    • Jemanden sagen: „Mir ist gerade alles zu viel, ich brauche kurz Ruhe.“
    • Kurz ans Fenster gehen oder frische Luft schnappen

 

Du kannst dir merken:
Reizüberflutung ist wie ein Glas, das zu voll ist.
Ein bisschen Wasser (Reize) geht, aber wenn man immer mehr hineinschüttet,
läuft es irgendwann über – und dann braucht das Glas Zeit, um sich wieder zu leeren.

Wie du Reizüberflutung im Alltag erkennst und mit einfachen Strategien wieder Ruhe findest

Reizüberflutung merkst du oft daran, dass du innerlich unruhig wirst und dich kaum noch konzentrieren kannst. Kleinigkeiten nerven dich plötzlich extrem, Geräusche fühlen sich lauter an als sonst, und du reagierst gereizt auf Menschen, die dir eigentlich wichtig sind. Manche bekommen Kopfschmerzen, Verspannungen oder das Gefühl, „weg“ zu sein, obwohl sie da sind. Du liest denselben Satz dreimal und weißt trotzdem nicht, was drinsteht. Oder du starrst aufs Handy, scrollst weiter, nimmst aber nichts mehr wirklich auf. Wenn du abends total erschöpft bist, obwohl objektiv gar nicht so viel los war, kann das auch ein Hinweis sein.

Hilfreich ist, im Alltag kleine Stopps einzubauen, bevor es zu viel wird. Zum Beispiel: Handy für zehn Minuten weglegen, kurz ans offene Fenster gehen, einmal bewusst ausatmen, Schultern senken. In einem vollen Büro hilft es, sich für fünf Minuten in einen ruhigeren Raum zurückzuziehen oder zumindest Kopfhörer mit leiser, neutraler Musik aufzusetzen. Wenn du unterwegs bist, such dir eine ruhigere Ecke, setz dich hin und mach für einen Moment gar nichts. Auch klare Grenzen sind wichtig: nicht auf jede Nachricht sofort antworten, Termine entzerren, eine Sache nach der anderen machen. Oft reicht schon ein bewusster, kurzer Abstand von den Reizen, damit der Kopf wieder klarer wird.

Wesentliche Punkte

Zusammenfassend wird deutlich, wie wichtig es ist, eigene Grenzen wahrzunehmen und ernst zu nehmen. Reizüberflutung entsteht oft schleichend und zeigt sich körperlich, emotional und im Denken. Wer typische Anzeichen kennt, kann rechtzeitig gegensteuern und für Entlastung sorgen. Im Alltag hilft es, bewusst Pausen einzuplanen, Prioritäten zu setzen und sich nicht von ständigen Anforderungen treiben zu lassen. So entsteht nach und nach ein bewussterer Umgang mit den eigenen Kräften – eine wichtige Grundlage, um gesund, konzentriert und im Einklang mit sich selbst zu leben.

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