Reportage oder Dokumentation? Der Unterschied einfach erklärt

Hier ist der Unterschied ganz einfach erklärt:

1. Was ist eine Reportage?

Stell dir vor, eine Reporterin geht mit zur Demo, ins Flüchtlingsheim, in die Notaufnahme oder auf ein Konzert – und erzählt dir danach, wie es da war.

Typisch für eine Reportage:

  • Die Reporterin ist „mit dabei“

Sie beschreibt, was sie sieht, hört, riecht, fühlt.
(„Es riecht nach Rauch, Menschen rufen, Sirenen heulen…“)

  • Du bist mitten im Geschehen

Es wird oft in Szenen erzählt, wie eine kleine Geschichte.

  • Subjektiver Eindruck

Die Fakten müssen stimmen, aber der Blickwinkel ist persönlicher:
Welche Situation, welche Personen, welche Atmosphäre?

  • Ziel:

Du sollst miterleben und fühlen, wie es vor Ort ist.

Beispiele:
– Zeitungsreportage über eine Nacht in der Notaufnahme
– Online-Artikel: „Ein Tag im Leben eines Paketzustellers“
– TV-Reportage, bei der Reporter:innen vor Ort filmen und erzählen

2. Was ist eine Dokumentation?

Eine Dokumentation („Doku“) will dir vor allem Wissen und Zusammenhänge erklären.

Typisch für eine Doku:

  • Fakten im Vordergrund

Zahlen, Daten, Hintergründe, Interviews mit Expert:innen.

  • Sachlich und erklärend

Viele Infos, Grafiken, Archivbilder, manchmal eine Sprecherstimme aus dem Off.

  • Mehr Abstand

Die Person, die erzählt, steht oft nicht im Mittelpunkt, sondern das Thema.

  • Ziel:

Du sollst verstehen, wie etwas funktioniert oder warum etwas passiert.

Beispiele:
– Doku über den Klimawandel
– Doku über den Zweiten Weltkrieg
– Naturdoku über Haie, Vulkane, den Weltraum

3. Kurzvergleich

  • Reportage

– wirkt wie: „Ich nehme dich mit dorthin.“
– Schwerpunkt: Erlebnis, Atmosphäre, Menschen

  • Dokumentation

– wirkt wie: „Ich erkläre dir das Thema.“
– Schwerpunkt: Fakten, Hintergründe, Zusammenhänge

4. Merksatz

  • Reportage = miterleben
  • Dokumentation = verstehen

Beides ist Journalismus, nur mit anderem Schwerpunkt.

Wie du Reportage und Dokumentation im Alltag sicher unterscheiden kannst

Im Alltag erkennst du den Unterschied oft schon daran, wie nah du an den Menschen dran bist. In einer Reportage bist du gefühlt mit dabei: Die Kamera folgt einer Person, du hörst ihre Gedanken, siehst ihren Tagesablauf, bekommst kleine Details mit – wie sie spricht, was sie fühlt, woran sie scheitert. Du erlebst eine konkrete Situation, zum Beispiel den ersten Arbeitstag einer neuen Krankenpflegerin oder den Alltag eines Busfahrers in der Großstadt. Es geht stark um Atmosphäre und persönliche Eindrücke, weniger um Zahlen und Zusammenhänge. Wenn du dich fragst: „Wie fühlt sich das an? Wie ist es, dort zu sein?“, dann bist du meistens bei einer Reportage gelandet.

Eine Dokumentation wirkt nüchterner und erklärender. Sie zeigt dir eher das große Ganze: Hintergründe, Ursachen, Folgen. Statt einem einzigen Menschen zu folgen, kommen oft mehrere Expertinnen, Betroffene und Beispiele vor. Du siehst Schaubilder, Archivmaterial, manchmal Karten oder Statistiken. Typisch ist auch eine erklärende Stimme aus dem Off, die Zusammenhänge einordnet – etwa bei einem Film über Klimawandel, Wohnungsnot oder die Geschichte eines Landes. Ein einfacher Test: Wird dir vor allem etwas erlebt oder vor allem etwas erklärt? Wird mehr gefühlt oder mehr begriffen? Daran kannst du dich gut orientieren, wenn du dir nicht sicher bist.

FAQ

Was ist eine Reportage?
Eine Reportage ist ein persönlicher Erlebnisbericht. Die Autorin oder der Autor ist meist selbst vor Ort, beobachtet, spricht mit Menschen und beschreibt Eindrücke sehr anschaulich, fast wie in einer Geschichte.

Was ist eine Dokumentation?
Eine Dokumentation sammelt und ordnet Fakten zu einem Thema. Sie zeigt Hintergründe, Zahlen und verschiedene Sichtweisen, meist mit einem sachlichen Ton und ohne persönliche Erlebniserzählung.

Woran erkenne ich den wichtigsten Unterschied?
Die Reportage stellt das unmittelbare Erleben in den Mittelpunkt („Ich war dabei“). Die Dokumentation stellt das Thema und die Informationen in den Mittelpunkt („So ist es“), oft mit größerem Abstand zum Geschehen.

Gibt es in der Reportage auch Fakten?
Ja. Auch eine Reportage muss bei den Tatsachen bleiben. Aber Fakten werden in eine erzählte Szene eingebettet, zum Beispiel in Dialoge, Beschreibungen und persönliche Eindrücke.

Ist eine Dokumentation immer objektiv?
Sie versucht, möglichst objektiv zu sein, also neutral und ausgewogen. Trotzdem wählen Menschen die Themen, Bilder und Aussagen aus – ganz vollständig neutral ist sie daher selten.

Wann passt welche Form besser?
Eine Reportage passt, wenn man ein Geschehen miterleben und „Atmosphäre“ spüren möchte. Eine Dokumentation passt, wenn man ein Thema gründlich verstehen, Daten sehen und unterschiedliche Positionen kennenlernen will.

Abschluss

Zusammenfassend lässt sich sagen: Eine Reportage nimmt uns mitten hinein ins Geschehen, zeigt persönliche Eindrücke und erzählt nah an den beteiligten Menschen. Eine Dokumentation ordnet Fakten, erklärt Hintergründe und versucht, ein Thema möglichst umfassend und ausgewogen darzustellen. Im Alltag hilft diese Unterscheidung dabei, Medienberichte besser einzuordnen, Aussagen kritisch zu bewerten und bewusst zu entscheiden, welche Form der Darstellung man gerade vor sich hat – ob man eher miterleben oder vor allem verstehen soll.

War diese Erklärung hilfreich?
✨ Ich kann es besser erklären / Fehler gefunden

Newsletter

Gebe Deine E-Mail-Adresse ein und abonniere unseren Newsletter.