Reue ist ein Gefühl in unserem Bauch und in unserem Kopf, das wir bekommen, wenn wir denken:
„Oh nein, das hätte ich besser anders gemacht!“
Was ist Reue?
Stell dir vor:
- Du schreist deinen besten Freund an.
- Später merkst du: Er war eigentlich gar nicht schuld.
- Du fühlst dich dann schlecht und wünschst dir, du hättest nicht so reagiert.
Dieses doofe Gefühl heißt Reue.
Reue ist also:
-
- wenn du etwas getan (oder nicht getan) hast
-
- und später merkst: „Das war nicht gut“
-
- und du es gern zurückspulen und anders machen würdest.
Warum fühlen wir Reue?
Reue ist eigentlich nützlich, auch wenn sie sich blöd anfühlt.
Sie hilft dir:
- Aus Fehlern zu lernen
Dein Gehirn merkt sich:
„Aha, so will ich mich nächstes Mal nicht verhalten.“
- Netter zu anderen zu sein
Wenn du Reue fühlst, merkst du, dass du jemanden verletzt hast.
Dann willst du es wieder gut machen.
- Bessere Entscheidungen zu treffen
Du denkst nach, bevor du etwas tust:
„Wenn ich das jetzt mache, bereue ich es später vielleicht.“
Reue ist ganz normal
Jeder Mensch fühlt manchmal Reue:
- Kinder
- Erwachsene
- sogar sehr kluge Leute
Das heißt nicht, dass du ein schlechter Mensch bist.
Es heißt nur, dass du merken kannst, wenn etwas nicht so gut war.
Was kann man tun, wenn man Reue fühlt?
- Entschuldigen
Sag z.B.: „Es tut mir leid, dass ich das gemacht habe.“
- Daraus lernen
Frag dich:
- Was war falsch?
- Was will ich nächstes Mal besser machen?
- Dir selbst verzeihen
Du darfst Fehler machen. Wichtig ist, dass du versuchst, daraus zu lernen.
Kurz gesagt:
Reue ist das Gefühl, wenn du wünschst, du hättest etwas anders gemacht.
Es fühlt sich doof an, hilft dir aber, ein besserer Mensch zu werden.
Wie du mit Reue umgehen lernst und sie in etwas Gutes verwandelst
Reue wird erst sinnvoll, wenn du sie nicht nur fühlst, sondern nutzt. Statt dich stundenlang im Kopfkino zu drehen, kannst du dir drei klare Fragen stellen: Was genau bereue ich? Was davon lag wirklich in meiner Hand? Und was kann ich beim nächsten Mal konkret anders machen? Wenn du zum Beispiel eine Chance im Job nicht genutzt hast, bringt es wenig, dir nur Vorwürfe zu machen. Hilfreicher ist: Beim nächsten Angebot legst du dir vorher Fragen zurecht, redest mit einer vertrauten Person darüber und nimmst dir vor, im Zweifel eher „Ja“ zu sagen. So wird Reue zu einer Art persönlichem Warnsignal, nicht zu einer Dauerstrafe.
Wichtig ist auch, Grenzen zu ziehen. Es gibt Dinge, die du heute nicht mehr ändern kannst: vergangene Entscheidungen, verpasste Treffen, Sätze, die gesagt oder nicht gesagt wurden. Du kannst dich entschuldigen, Verantwortung übernehmen und versuchen, Folgen zu begrenzen – aber nicht die Zeit zurückdrehen. An diesem Punkt hilft es, bewusst aufzuhören, immer wieder die gleiche Szene im Kopf abzuspielen. Manche schreiben den bereuten Moment kurz auf, ziehen ihre Lehre daraus und legen den Zettel weg. Andere sprechen einmal offen mit der betroffenen Person und lassen es dann gut sein. Entscheidend ist: Du akzeptierst, dass Fehler Teil deines Lebens sind, und richtest deinen Blick wieder nach vorn.
Fazit
Zum Schluss lässt sich sagen: Reue gehört ganz selbstverständlich zu unserem Leben. Sie zeigt uns, dass uns unsere Entscheidungen wichtig sind und dass wir aus Erfahrungen lernen wollen. Auch wenn sich Reue unangenehm anfühlt, kann sie uns helfen, innezuhalten, Verantwortung zu übernehmen und zukünftige Entscheidungen bewusster zu treffen. Wer lernt, Reue anzunehmen, ohne sich davon lähmen zu lassen, kann sie als Anstoß für persönliches Wachstum nutzen – im Alltag, in Beziehungen und im Umgang mit sich selbst.

