Stell dir vor, du möchtest mit einem Segelboot über das Meer fahren – so wie mit einem Auto über die Straße.
Aber: Du hast kein eigenes Boot. Was tun?
Genau da kommt „Segelboot-Charter“ ins Spiel.
Was bedeutet „chartern“?
„Chartern“ ist nur ein schweres Wort für „mieten“.
So wie du:
- ein Fahrrad ausleihen kannst
- oder einen Roller mieten kannst
kannst du auch ein Segelboot mieten.
Man sagt dann: „Ich charter ein Segelboot.“
Wie funktioniert das?
- Du suchst dir ein Boot aus
Im Internet oder im Hafen kannst du schauen:
- Wie groß ist das Boot?
- Wie viele Leute passen drauf?
- Wie teuer ist es pro Tag oder pro Woche?
- Du sagst, wann du es haben willst
Zum Beispiel: „Ich möchte das Boot von Montag bis Sonntag mieten.“
- Du bekommst das Boot für diese Zeit
In dieser Zeit darfst du das Boot benutzen – so, als wäre es deins.
Aber: Es gehört immer noch dem Besitzer.
- Am Ende gibst du es zurück
So wie beim Ausleihen aus der Bücherei:
Eine Zeit lang gehört es dir zum Benutzen – dann bringst du es zurück.
Mit oder ohne „Skipper“?
- Mit Skipper:
Ein Skipper ist der Kapitän vom Boot.
Wenn du nicht segeln kannst, mietet ihr das Boot mit Skipper.
Er steuert das Boot, ihr könnt mitfahren, baden, Sonne genießen.
- Ohne Skipper (das nennt man „Bareboat“):
Deine Eltern oder jemand in eurer Gruppe kann segeln und hat einen Segelschein.
Dann dürft ihr das Boot selbst steuern.
Was macht man auf einem gecharterten Segelboot?
- Von Insel zu Insel segeln
- Im Meer baden
- Auf dem Boot schlafen (viele Boote haben kleine Schlafzimmer)
- Kochen in der Bordküche
- Delfine oder schöne Küsten anschauen
Es ist ein bisschen wie Camping auf dem Wasser.
Wofür bezahlt man?
Wenn man ein Segelboot chartert, bezahlt man zum Beispiel für:
- die Miete vom Boot (pro Tag oder pro Woche)
- manchmal extra: Sprit für den Motor
- den Hafenplatz, wenn man im Hafen übernachten will
- eventuell einen Skipper, wenn man selbst nicht segeln kann
Kurz gesagt
Ein Segelboot chartern bedeutet:
Du leihst dir ein Segelboot für eine bestimmte Zeit,
damit du damit übers Wasser fahren kannst –
so wie ein gemietetes Auto, nur eben auf dem Meer.
Die wichtigsten Schritte von der Auswahl bis zur Rückgabe des Segelboots verständlich erklärt
Am Anfang steht immer die Auswahl des Boots: Wo willst du segeln, wie viele Leute seid ihr, und wie viel Erfahrung habt ihr wirklich – nicht nur auf dem Papier. Ein Paar mit wenig Segelerfahrung braucht eher ein kleineres, gutmütiges Boot mit wenig Schnickschnack. Eine erfahrene Crew kann auch ein größeres Boot mit mehr Segel- und Technikspielerei nehmen. Dann kommen Termin und Budget dazu. In der Hochsaison ist vieles früh ausgebucht, und die Preise ziehen deutlich an. Sinnvoll ist es, bei der Buchung genau zu prüfen, was im Preis drin ist: Endreinigung, Bettwäsche, Außenborder für das Dinghy, Transitlog, Kurtaxen. Steht das nicht klar im Angebot, lieber nachfragen und sich alles schriftlich bestätigen lassen.
Vor Ort folgt der Papierkram mit Chartervertrag, Kaution und Übergabeprotokoll. Beim Check-in solltest du dir das Boot wirklich in Ruhe zeigen lassen: Rumpf auf Kratzer prüfen, Segel aus dem Lazybag hochziehen, Motor starten, Anker runterlassen, Lichter und Instrumente testen, Fotos von vorhandenen Schäden machen. Vieles wirkt am Steg unwichtig, fällt aber erst draußen auf – zum Beispiel eine klemmende Toilette oder ein hakeliger Ankerwirbelschäkel. Während des Törns ist die wichtigste Regel: Boot behandeln, als wäre es dein eigenes, und bei Problemen früh mit der Basis telefonieren. Vor der Rückgabe Diesel tanken, das Boot grob aufräumen und zum vereinbarten Zeitpunkt zurück sein. Wer kurz vor knapp einläuft oder Schäden verschweigt, riskiert Stress, zusätzliche Kosten und Ärger mit der Kaution.
Abschluss
Zusammenfassend zeigt sich: Ein Segelboot zu mieten ist eine flexible Möglichkeit, Zeit auf dem Wasser zu verbringen, ohne selbst ein eigenes Boot besitzen zu müssen. Wer sich frühzeitig mit den wichtigsten Fragen zu Kosten, Führerschein, Sicherheitsaspekten und Ausstattungsmerkmalen beschäftigt, kann die passende Chartervariante finden und unangenehme Überraschungen vermeiden.
Im Alltag wird das Thema vor allem dann wichtig, wenn Urlaubspläne konkreter werden oder man nach einer besonderen Form der Freizeitgestaltung sucht – sei es für einen Tagesausflug, ein Wochenende mit Freunden oder einen längeren Törn. Ein grundlegendes Verständnis der Abläufe hilft dabei, Angebote besser zu vergleichen, bewusste Entscheidungen zu treffen und den Aufenthalt an Bord entspannt und sicher zu genießen.

