Stell dir vor, dein Haus ist ein Kühlschrank – nur anders herum.
Eine Wärmepumpe und Solarstrom arbeiten zusammen wie zwei Teamkameraden, die dein Haus warm (oder kühl) halten – und dabei Strom sparen.
1. Was macht eine Wärmepumpe überhaupt?
Eine Wärmepumpe ist wie ein umgekehrter Kühlschrank:
- Ein Kühlschrank nimmt Wärme aus dem Inneren und gibt sie nach außen ab → innen wird kalt.
- Eine Wärmepumpe nimmt Wärme von draußen (Luft, Erde oder Grundwasser) und bringt sie in dein Haus → innen wird warm.
Wichtig:
Auch wenn es draußen kalt ist (z.B. 0 °C), ist dort immer noch Energie drin, die man „absaugen“ kann.
Die Wärmepumpe braucht dafür Strom, um:
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- ein Kältemittel zu verdichten (Kompressor),
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- Pumpen und Regelung zu betreiben.
2. Warum ist die Wärmepumpe so effizient?
Mit 1 Teil Strom kann eine Wärmepumpe etwa 3-5 Teile Wärme erzeugen.
Beispiel:
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- Du steckst 1 kWh Strom rein
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- und bekommst 3-5 kWh Wärme raus.
Das klappt, weil:
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- die Wärmepumpe die Wärme nicht „neu erzeugt“,
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- sondern sie nur von draußen nach drinnen verschiebt.
3. Was macht die Solaranlage (Photovoltaik)?
Eine Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) auf dem Dach macht aus Sonnenlicht Strom.
- Scheint die Sonne → deine Anlage produziert Solarstrom.
- Dieser Strom kann:
- direkt im Haus genutzt werden (z.B. für Wärmepumpe, Licht, Geräte),
- ins Stromnetz eingespeist werden (du bekommst Geld),
- oder in einer Batterie gespeichert werden (falls vorhanden).
4. Wie arbeiten Wärmepumpe und Solarstrom zusammen?
Jetzt kommt das Teamwork:
- Sonne scheint → PV-Anlage erzeugt Strom.
- Die Wärmepumpe nutzt zuerst diesen Solarstrom, um zu heizen oder Warmwasser zu machen.
- Nur wenn der Solarstrom nicht reicht, holt sich die Wärmepumpe zusätzlich Strom aus dem öffentlichen Netz.
So sparst du:
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- Stromkosten (weil dein eigener Solarstrom kostenlos ist, wenn die Anlage bezahlt ist),
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- und machst Heizen klimafreundlicher (weniger CO₂).
5. Intelligente Steuerung: schlau nutzen, wenn die Sonne scheint
Mit einer „smarten“ Steuerung kann man die Wärmepumpe so einstellen, dass sie besonders dann arbeitet, wenn viel Sonne da ist.
Beispiele:
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- Mittags scheint die Sonne stark → die Wärmepumpe macht extra viel Warmwasser oder heizt den Pufferspeicher auf.
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- Dadurch brauchst du abends weniger Strom aus dem Netz.
Man kann auch:
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- einen Wasserspeicher (für Heizung/Warmwasser) nutzen → Energie als Wärme speichern,
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- oder eine Batterie → Energie als Strom speichern.
6. Ganz vereinfacht in einem Bild
Stell dir dieses System so vor:
- Sonne → liefert Energie
- PV-Anlage auf dem Dach → macht daraus Strom
- Wärmepumpe → nimmt diesen Strom und „pumpt“ Wärme von draußen ins Haus
- Speicher (Warmwasserspeicher/Batterie) → bewahrt Energie für später auf
Dein Haus wird damit wie eine kleine, clevere „Energie-Fabrik“, die:
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- ihre Wärme größtenteils selbst macht,
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- wenig CO₂ verursacht,
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- und weniger Stromkosten hat.
7. Warum ist das gut für Umwelt und Geldbeutel?
- Weniger CO₂: Sonne + Wärmepumpe = viel weniger Treibhausgase als Gas- oder Ölheizung.
- Weniger Kosten: Du nutzt deinen eigenen Strom statt teuren Netzstrom.
- Zukunftssicher: Strom kann immer grüner werden (mehr Wind, mehr Solar). Deine Wärmepumpe passt dazu perfekt.
Kurzfassung in einem Satz:
Eine Wärmepumpe nutzt Strom, um Wärme von draußen nach drinnen zu „pumpen“, und wenn dieser Strom von deiner Solaranlage auf dem Dach kommt, heizt du dein Haus clever, günstig und klimafreundlich.
So nutzt deine Wärmepumpe Solarstrom optimal für Heizung und Warmwasser
Deine Wärmepumpe nutzt Solarstrom am besten, wenn sie dann läuft, wenn auf dem Dach viel Sonne ankommt. Das bedeutet: nicht nur heizen, wenn es gerade kalt ist, sondern auch gezielt Wärme „auf Vorrat“ erzeugen. Zum Beispiel kannst du die Raumtemperatur am Mittag um ein Grad anheben, wenn deine PV-Anlage viel Strom liefert. Die Wände und der Estrich speichern die Wärme und geben sie langsam wieder ab, auch wenn später keine Sonne scheint. Ähnlich funktioniert es beim Warmwasser: Der Speicher wird eher tagsüber stärker aufgeheizt, statt abends permanent nachzuladen.
Damit das klappt, solltest du feste Zeitfenster in der Steuerung deiner Wärmepumpe einrichten, in denen sie bevorzugt läuft, wenn üblicherweise Solarstrom da ist. Viele Systeme können auch direkt mit dem Wechselrichter kommunizieren und bekommen dann ein Signal, sobald überschüssiger PV-Strom verfügbar ist. In der Praxis heißt das zum Beispiel: Warmwasserspeicher zwischen 11 und 15 Uhr auf höhere Temperatur bringen, Heizkurve leicht anheben, wenn die Anlage meldet „viel Solarstrom“. So musst du weniger Strom aus dem Netz beziehen und nutzt mehr von dem, was dein Dach ohnehin erzeugt.
FAQ
Frage 1: Was macht eine Wärmepumpe eigentlich?
Eine Wärmepumpe holt Wärme aus der Umgebung – zum Beispiel aus der Luft, dem Boden oder dem Grundwasser – und „pumpt“ sie auf ein höheres Temperaturniveau, damit damit geheizt oder Warmwasser gemacht werden kann.
Frage 2: Wie passt Solarstrom zur Wärmepumpe?
Solarstrom kommt von einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Die Wärmepumpe nutzt diesen selbst erzeugten Strom, um zu laufen. So muss weniger Strom aus dem öffentlichen Netz gekauft werden.
Frage 3: Was bringt mir die Kombination aus Wärmepumpe und Solarstrom?
Sie senkt die Stromkosten, weil ein Teil des benötigten Stroms kostenlos vom Dach kommt. Gleichzeitig sinkt der CO₂-Ausstoß, weil weniger Strom aus fossilen Quellen nötig ist.
Frage 4: Brauche ich einen Stromspeicher für meine Wärmepumpe?
Ein Stromspeicher ist nicht zwingend nötig, aber oft sinnvoll. Er speichert überschüssigen Solarstrom aus sonnigen Stunden und stellt ihn später bereit, wenn die Wärmepumpe Wärme braucht, zum Beispiel abends oder nachts.
Frage 5: Funktioniert die Wärmepumpe auch, wenn keine Sonne scheint?
Ja. Wenn kein Solarstrom da ist, bezieht die Wärmepumpe den benötigten Strom automatisch aus dem öffentlichen Stromnetz. Die Heizung läuft also weiter, unabhängig vom Wetter.
Frage 6: Lohnt sich eine Wärmepumpe mit Solarstrom in einem älteren Haus?
Das kann sich lohnen, hängt aber vom Gebäude ab. Wichtig sind eine gute Dämmung und passende Heizkörper oder Fußbodenheizung. Ein Energieberater kann prüfen, ob das Haus geeignet ist und welche Anpassungen sinnvoll sind.
Abschluss
Zusammengefasst zeigt sich: Eine Wärmepumpe in Verbindung mit einer Solaranlage nutzt vorhandene Energie besonders effizient. Der selbst erzeugte Strom unterstützt beim Heizen und bei der Warmwasserbereitung, senkt die laufenden Kosten und schont das Klima. Im Alltag bedeutet das mehr Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen und eine verlässliche, zukunftsfähige Wärmeversorgung im eigenen Zuhause.

