So funktioniert die Technik im Plusenergiehaus

Stell dir ein Plusenergiehaus wie ein super-effizientes Handy vor, das mehr Strom produziert, als es selbst verbraucht – und den Rest „ins Netz“ schickt.

Ich gehe die Technik Schritt für Schritt durch:

 

1. Energie erzeugen: Die Solaranlage auf dem Dach

  • Auf dem Dach liegen Solarzellen (Photovoltaik-Anlage).
  • Wenn die Sonne scheint, machen sie aus Licht Strom.
  • Dieser Strom ist zunächst Gleichstrom (DC) – den können deine Steckdosen noch nicht nutzen.
  • Ein Wechselrichter wandelt den Strom um in Wechselstrom (AC) – den brauchst du für Laptop, Licht, Fernseher, etc.

Wichtig:
Das Haus produziert übers Jahr gesehen mehr Strom, als es selbst verbraucht. Darum „Plus“-Energiehaus.

 

2. Energie speichern: Batterie & manchmal E-Auto

Weil die Sonne nicht immer scheint, braucht man Speicher:

  • Batteriespeicher im Haus:
  • Wenn mittags viel Sonne scheint, wird der Überschuss-Strom zuerst in einer Hausbatterie gespeichert.
  • Abends oder nachts nutzt das Haus dann den Strom aus der Batterie.
  • E-Auto als großer Speicher (optional):
  • Einige Systeme können sogar den Akku des Elektroautos mit einbinden.
  • Wenn das Auto zu Hause steht, kann es Strom „tanken“ – oder später Strom zurück ins Haus geben (bidirektionales Laden, bei modernen Systemen).

3. Energie sparen: Super gedämmtes Haus

Damit man weniger heizen und kühlen muss, ist das Haus selbst schon eine Art „Thermoskanne“:

  • Sehr gute Dämmung in Wänden, Dach und Boden.
  • Dichte Fenster mit Dreifachverglasung: kaum Wärmeverlust im Winter, wenig Hitze im Sommer.
  • Luftdichtheit: keine unnötige Zugluft, keine „Löcher“, durch die Wärme entweicht.

Dadurch braucht das Haus sehr wenig Heizenergie.
Je weniger Energie es verbraucht, desto leichter wird es, mehr zu produzieren als zu nutzen.

 

4. Heizen und Kühlen: Wärmepumpe

Zum Heizen (und oft auch Kühlen) nutzt das Plusenergiehaus meist eine Wärmepumpe.

Die funktioniert wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt:

  • Ein Kühlschrank holt Wärme aus dem Inneren und gibt sie nach außen ab.
  • Die Wärmepumpe holt Wärme von außen (Luft, Erde oder Grundwasser) und bringt sie ins Haus.

Damit kann sie:

    • Heizen im Winter (z.B. über Fußbodenheizung),
    • oft auch Kühlen im Sommer (Boden oder Wände werden leicht gekühlt).

Sie braucht dafür zwar Strom,
aber:
Die Solaranlage liefert genau diesen Strom – oft direkt vom Dach.

 

5. Frische Luft ohne Energieverlust: Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Plusenergiehäuser sind sehr dicht gebaut – deshalb braucht man eine kontrollierte Lüftung:

  • Eine Lüftungsanlage saugt verbrauchte Luft aus Küche, Bad, WC ab.
  • Gleichzeitig bringt sie frische Außenluft ins Haus.
  • In einem Wärmetauscher gibt die warme Abluft ihre Wärme an die kalte Zuluft ab.

Ergebnis:

    • Frische Luft im Haus.
    • Kaum Wärmeverlust beim Lüften.
    • Im Sommer kann das System sogar helfen, das Haus etwas kühler zu halten.

 

6. Intelligente Steuerung: Smart Home

Damit alles optimal läuft, hat ein Plusenergiehaus meist ein Energie-Management-System (Smart Home):

  • Es „weiß“, wann die Sonne viel Strom liefert.
  • Es schaltet dann z.B. Waschmaschine, Spülmaschine oder das Laden des E-Autos eher mittags, wenn viel Solarstrom da ist.
  • Es kann Heizung, Lüftung und Verschattung (Rollos) so steuern, dass:
  • im Sommer wenig Hitze reinkommt,
  • im Winter möglichst viel Sonnenwärme genutzt wird.

Du kannst oft per App sehen:

    • Wieviel Strom das Haus gerade produziert.
    • Wieviel Strom ihr gerade verbraucht.
    • Wieviel in die Batterie oder ins Stromnetz geht.

 

7. Überschussstrom: Ab ins öffentliche Netz

Wenn:

    • die Batterien voll sind und
    • im Haus gerade wenig Strom gebraucht wird,

dann geht der überschüssige Strom ins öffentliche Stromnetz.

Dafür bekommt der Hausbesitzer in vielen Ländern Geld (Einspeisevergütung) oder eine Gutschrift beim Stromanbieter.

 

Kurz zusammengefasst

Ein Plusenergiehaus schafft sein „Plus“, weil:

  1. Es sehr wenig Energie braucht

– durch gute Dämmung, dichte Fenster, clevere Lüftung.

  1. Es selbst Energie produziert

– mit der Solaranlage auf dem Dach.

  1. Es Energie speichert und geschickt nutzt

– mit Hausbatterie, evtl. E-Auto und einem smarten Steuerungssystem.

  1. Es die Wärme effizient nutzt

– mit Wärmepumpe und Wärmerückgewinnung in der Lüftung.

So entsteht am Ende:
Über ein Jahr gesehen mehr produzierte Energie als verbrauchte Energie – ein Haus, das zum kleinen Kraftwerk wird.

Wenn du willst, kann ich dir das Ganze auch noch mit einer einfachen Zeichnung/Skizzenbeschreibung erklären, wie die Teile verbunden sind.

So sorgt die Technik im Plusenergiehaus für Wärme Strom und frische Luft

Im Plusenergiehaus arbeiten mehrere Geräte zusammen, die man im Alltag kaum wahrnimmt. Auf dem Dach liegen meist große Solarmodule, die Strom für Haushalt, Heizung und Warmwasser liefern. Ein Teil davon wird direkt verbraucht, der Rest kann in einer Batterie im Haus zwischengespeichert oder ins Netz eingespeist werden. Die Wärmepumpe nutzt Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und macht daraus Heizwärme und warmes Wasser. Sie funktioniert im Prinzip wie ein umgekehrter Kühlschrank. Damit sie effizient läuft, braucht das Haus eine gute Dämmung und möglichst wenige Wärmebrücken, zum Beispiel an Fenstern und Türen.

Für frische Luft sorgt in vielen Plusenergiehäusern eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Sie führt verbrauchte Luft nach draußen ab und holt frische Luft ins Haus, ohne dass man ständig die Fenster aufreißen muss. Die Wärme der Abluft wird dabei auf die einströmende Außenluft übertragen, so geht kaum Energie verloren. Filter fangen Staub und Pollen ab, was gerade für Allergiker angenehm ist. In der Praxis heißt das: regelmäßig Filter tauschen, Lüftung nicht komplett abschalten und die Luftmenge an den Alltag anpassen – etwa weniger, wenn niemand zu Hause ist und mehr, wenn Besuch da ist oder gekocht wird.

FAQ

Was ist ein Plusenergiehaus?
Ein Plusenergiehaus ist ein Gebäude, das übers Jahr gesehen mehr Energie erzeugt, als seine Bewohner für Heizen, Warmwasser, Haushaltsstrom und oft auch E-Mobilität verbrauchen.

Wie erzeugt ein Plusenergiehaus Strom?
Meist über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach oder an der Fassade. Die Solarzellen wandeln Sonnenlicht direkt in Strom um, der sofort im Haus genutzt, in einem Speicher gelagert oder ins öffentliche Netz eingespeist wird.

Wofür braucht man einen Stromspeicher?
Ein Stromspeicher (Batterie) nimmt überschüssigen Solarstrom auf, wenn mehr produziert als verbraucht wird. Dieser gespeicherte Strom steht später zur Verfügung, etwa abends oder bei schlechtem Wetter, wenn die Anlage weniger liefert.

Wie bleibt das Haus im Winter warm?
Häufig übernimmt eine Wärmepumpe das Heizen. Sie zieht Wärme aus Luft, Erde oder Grundwasser und bringt sie mit wenig Strom auf ein höheres Temperaturniveau für Heizung und Warmwasser. Dank guter Dämmung geht dabei wenig Wärme verloren.

Welche Rolle spielt die gute Dämmung?
Dämmung und hochwertige Fenster verhindern, dass im Winter Wärme entweicht und im Sommer Hitze ins Haus kommt. So braucht das Haus insgesamt viel weniger Energie für Heizen und Kühlen.

Was passiert mit überschüssiger Energie?
Wenn Speicher und aktueller Verbrauch gedeckt sind, wird der übrige Strom ins öffentliche Netz eingespeist. Je nach Tarif erhält der Besitzer dafür eine Vergütung oder Gutschrift vom Energieversorger.

Fazit

Zusammenfassend zeigt sich: Ein Haus, das mehr Energie erzeugt, als es verbraucht, ist kein Zukunftstraum, sondern mit durchdachter Technik bereits heute möglich. Entscheidend sind das Zusammenspiel aus guter Dämmung, effizienter Haustechnik, intelligenter Steuerung und der Nutzung von Sonnenenergie. So sinken nicht nur die laufenden Kosten, auch der eigene Beitrag zum Klimaschutz wird direkt spürbar. Wer sich frühzeitig mit diesen Lösungen beschäftigt, kann sein Zuhause langfristig komfortabler, unabhängiger und umweltfreundlicher gestalten – und macht sich ein Stück weit unabhängiger von steigenden Energiepreisen.

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