Trennung mit Kindern: Einfach erklärt

Manchmal entscheiden Eltern, nicht mehr als Paar zusammen zu sein. Das nennt man Trennung. Sie wohnen dann vielleicht in zwei Wohnungen. Wichtig: Auch wenn sie kein Paar mehr sind, bleiben sie immer deine Eltern und lieben dich.

Was sich ändern kann:
– Du hast vielleicht zwei Zuhause: eins bei Mama, eins bei Papa.
– Es gibt einen Plan, wann du wo bist (zum Beispiel jede Woche wechseln oder jedes zweite Wochenende).
– Manche Regeln können an jedem Ort etwas anders sein.

Was gleich bleibt:
– Du darfst beide Eltern lieben.
– Es ist nie deine Schuld, wenn Eltern sich trennen.
– Du musst dich nicht für einen Elternteil entscheiden.

Gefühle sind okay:
– Traurig, wütend, verwirrt oder erleichtert – alles ist normal.
– Gefühle kommen und gehen. Sprich darüber, das hilft.

Was du tun kannst:
– Stell Fragen: Wer holt mich ab? Wo sind meine Sachen? Wie sieht der Plan aus?
– Sag, was du brauchst: „Ich möchte meine Lieblingssachen in beiden Wohnungen haben.“
– Mach Dinge, die dir gut tun: Freunde treffen, Sport, Musik, Lesen.
– Hab in beiden Wohnungen ein paar feste Sachen (Zahnbürste, Schlafsachen, Kuscheltier).
– Nutze einen Kalender (auf Papier oder im Handy), damit du weißt, wo du wann bist.
– Wenn Eltern streiten, musst du keine Nachrichten weitergeben. Sag freundlich: „Bitte klärt das unter euch.“

Wenn etwas sehr schwer ist:
– Sprich mit jemandem, dem du vertraust: Oma/Opa, Tante/Onkel, Lehrer/in, Schulsozialarbeiter/in, Freundeseltern.
– Du kannst auch bei der „Nummer gegen Kummer“ anrufen: 116 111 (kostenlos). Da hören Leute zu und helfen.

Manchmal gibt es neue Partner oder neue Regeln. Du darfst dir dafür Zeit nehmen. Wichtig ist: Du wirst geliebt, deine Gefühle zählen, und du darfst immer um Hilfe bitten.

Trennung mit Kindern gut meistern Kommunikation erklären Routinen sichern Umgang fair regeln und altersgerechte Tipps

Sagt eurem Kind klar, was los ist: Wir trennen uns, aber wir bleiben deine Eltern. Keine Schuldzuweisungen, keine langen Reden. Einfache Sätze helfen: „Du hast nichts falsch gemacht. Wir bleiben für dich da.“ Kleinkinder brauchen kurze Infos und Wiederholungen. Grundschulkinder wollen wissen, wie der Alltag aussieht: Wer bringt mich, wer holt mich ab? Jugendliche wollen mitreden und mehr Details, aber ohne Elterndrama. Lasst Gefühle zu, auch Wut und Tränen. Hört zu, beantwortet Fragen ehrlich, aber altersgerecht. Sprecht, wenn möglich, gemeinsam oder gebt die gleiche Botschaft. Kein Streit vor dem Kind, keine Botschaften über das Kind und keine Geheimnisse.

Sichert Routinen, damit sich der Boden stabil anfühlt. Feste Abholtage, ähnliche Schlafenszeiten, klarer Hausaufgabenplatz. Wichtige Dinge doppelt in beiden Haushalten: Zahnbürste, Hausschuhe, Lieblingskuscheltier. Ein sichtbarer Kalender gibt Orientierung, auch fürs Kind. Übergaben kurz, freundlich und pünktlich. Absprachen schriftlich festhalten, dann geht weniger unter. Umgang fair regeln statt perfekt: Kleinkinder brauchen häufige, kurze Kontakte; Schulkinder kommen mit Wochenenden und längeren Blöcken klar; Jugendliche wollen Flexibilität und Mitsprache. Verlässlichkeit schlägt Großes-Event-Programm. Wenn es hakt, früh Hilfe holen, zum Beispiel Beratung. Und wenn etwas schiefgeht: zugeben, kurz erklären, besser machen.

Abschluss

Unterm Strich zählt vor allem: ehrlich und kindgerecht sprechen, verlässliche Routinen schaffen und als Eltern respektvoll zusammenarbeiten. Wer die Gefühle der Kinder ernst nimmt, klare Absprachen trifft und zugleich auf die eigene Kraft achtet, macht den Übergang leichter. Im Alltag ist das wichtig, weil eine Trennung nicht nur eine Entscheidung ist, sondern viele kleine Momente prägt – vom Frühstück bis zur Übergabe. Mit Ruhe, Klarheit und Blick auf das Wesentliche entsteht Schritt für Schritt neue Stabilität.

War diese Erklärung hilfreich?
✨ Ich kann es besser erklären / Fehler gefunden

Newsletter

Gebe Deine E-Mail-Adresse ein und abonniere unseren Newsletter.