Warum verändert sich der Strommix ständig?

Der Strommix ist wie ein bunter Saft aus vielen Sorten – nur eben aus Stromquellen: Kohle, Gas, Atom, Wind, Sonne, Wasser usw.
Warum ändert sich dieser Mix ständig? Aus ein paar einfachen Gründen:

 

1. Wind und Sonne sind launisch

  • Weht viel Wind → Windräder machen viel Strom.
  • Scheint die Sonne → Solaranlagen liefern viel Strom.
  • Kein Wind / Nacht / schlechtes Wetter → wenig oder gar kein Strom von Wind und Sonne.

Darum muss man immer wieder andere Quellen (z.B. Gas, Kohle, Wasserkraft) hoch- oder runterfahren, damit trotzdem genug Strom im Netz ist.

 

2. Der Stromverbrauch schwankt

Menschen und Fabriken brauchen nicht immer gleich viel Strom:

  • Morgens und abends: viele Leute kochen, duschen, Fernsehen usw. → hoher Verbrauch
  • Nachts: viele schlafen → niedriger Verbrauch
  • Sommer/Winter, Wochentage/Wochenende: immer anders

Wenn mehr Strom gebraucht wird, müssen Kraftwerke mehr liefern. Wenn weniger gebraucht wird, werden manche gedrosselt. Dadurch ändert sich der Mix.

 

3. Manche Kraftwerke sind langsam, andere schnell

  • Kohle- und Atomkraftwerke: brauchen länger zum Hoch- und Runterfahren → eher „Grundlast“, laufen oft relativ konstant.
  • Gaskraftwerke, Wasserkraft (Stauseen): können schnell an- und ausgeschaltet werden → gut, um Schwankungen auszugleichen.
  • Wind und Sonne: produzieren „was gerade da ist“.

Je nachdem, was gerade schnell nachgeregelt werden muss, verschiebt sich der Anteil der verschiedenen Energieträger.

 

4. Politik und Gesetze ändern sich

Staaten entscheiden z.B.:

  • weniger Kohle (wegen CO₂ und Klima)
  • Atomausstieg oder Einstieg
  • mehr Förderung für Windräder und Solaranlagen

Wenn z.B. viele neue Solaranlagen gebaut werden, wächst der Anteil von Solarstrom mit der Zeit, während Kohle z.B. sinkt. Der Mix verändert sich also auch langfristig.

 

5. Stromhandel mit anderen Ländern

Länder kaufen und verkaufen Strom untereinander:

  • Wenn es im Ausland gerade billig viel Windstrom gibt, wird der importiert.
  • Wenn wir selbst Überschuss haben, exportieren wir.

Auch dadurch kann sich von Stunde zu Stunde ändern, aus welchen Quellen „unser“ Strom am Ende kommt.

 

6. Wartung und Störungen

  • Kraftwerke müssen gewartet werden.
  • Es kann Störungen geben, z.B. eine Turbine geht kaputt.

Dann fällt eine Quelle weg, andere springen ein → neuer Mix.

 

Kurz zusammengefasst:

Der Strommix ändert sich ständig, weil

  1. Wind und Sonne mal viel, mal wenig liefern,
  2. wir mal mehr, mal weniger Strom verbrauchen,
  3. verschiedene Kraftwerke unterschiedlich flexibel sind,
  4. politische Entscheidungen den Ausbau oder Ausstieg bestimmter Energien beeinflussen,
  5. Strom mit anderen Ländern gehandelt wird,
  6. Anlagen gewartet werden oder ausfallen.

Darum sieht die „Strom-Rezeptur“ jede Stunde ein bisschen anders aus.

Wie du den ständigen Wandel im Strommix verstehst und mit deinen Entscheidungen aktiv beeinflusst

Der Strommix ändert sich laufend, weil Angebot und Nachfrage nie gleich bleiben. Wenn viele Menschen gleichzeitig kochen, waschen oder streamen, steigt der Bedarf. Dann springen oft noch Kohle- oder Gaskraftwerke ein, um die Lücke zu füllen – vor allem, wenn gerade wenig Wind geht oder die Sonne nicht scheint. In Zeiten mit viel Wind oder Sonne sieht der Mix deutlich grüner aus, manchmal sogar so stark, dass erneuerbare Anlagen abgeregelt werden müssen, weil das Netz an seine Grenze kommt. Man kann sich das ein bisschen vorstellen wie einen ständig schwankenden Wasserpegel: Mal ist viel „sauberer“ Strom im Becken, mal muss mehr „schmutziger“ beigemischt werden, damit es für alle reicht.

Mit dem eigenen Verhalten kann man diesen Mix ein Stück weit mitsteuern. Wer z.B. Waschmaschine, Spülmaschine oder Elektroauto eher mittags bei Sonne oder nachts mit viel Wind laufen lässt, nutzt in der Regel einen höheren Anteil erneuerbarer Energien. Ein Wechsel zu einem echten Ökostromtarif hilft zusätzlich, weil der Anbieter dann mehr Strom aus erneuerbaren Quellen einkauft oder neue Anlagen fördert. Praktisch heißt das: Zeitschaltfunktion an Geräten nutzen, Ladevorgänge planen und hin und wieder einen Blick in eine Strommix- oder Wetter-App werfen. So versteht man besser, wann der Strom tendenziell sauberer ist – und kann seine größten Verbraucher gezielt dorthin verschieben.

FAQ

Frage 1: Was bedeutet „Strommix“ überhaupt?

Der Strommix beschreibt, aus welchen Quellen unser Strom stammt – zum Beispiel aus Wind, Sonne, Kohle, Gas, Wasser oder Kernkraft. Er zeigt also, wie sich der gesamte produzierte Strom prozentual verteilt.

Frage 2: Warum ändert sich der Strommix ständig?

Weil nicht alle Quellen immer gleich viel Strom liefern. Wind und Sonne schwanken je nach Wetter und Tageszeit. Außerdem entscheiden Kraftwerksbetreiber und Strombörsen laufend, welche Anlagen sich gerade wirtschaftlich lohnen.

Frage 3: Welche Rolle spielen Wetter und Tageszeit?

Bei Sonne scheint: Solaranlagen liefern viel Strom, nachts fast keinen. Bei starkem Wind produzieren Windräder mehr, bei Flaute weniger. Deshalb verschiebt sich der Anteil von Wind- und Solarstrom im Tagesverlauf und je nach Wetterlage.

Frage 4: Was hat der Strompreis mit dem Strommix zu tun?

An der Strombörse wird Strom laufend gehandelt. Wenn zum Beispiel viel günstiger Windstrom verfügbar ist, werden teurere Kraftwerke (etwa Gaskraftwerke) weniger genutzt. Das senkt ihren Anteil am Strommix und kann den Preis drücken.

Frage 5: Warum werden Kohle- oder Gaskraftwerke überhaupt noch gebraucht?

Sie können schnell hoch- und runtergefahren werden und liefern Strom auch dann, wenn wenig Wind weht oder die Sonne nicht scheint. Sie dienen als „Backup“, um die Stromversorgung jederzeit stabil zu halten.

Frage 6: Welche Rolle spielen Politik und Gesetze?

Staatliche Vorgaben, Förderungen und CO₂-Preise beeinflussen, welche Kraftwerke sich lohnen. Werden etwa erneuerbare Energien gezielt gefördert oder CO₂-Ausstoß teurer, verschiebt sich der Strommix langfristig hin zu mehr Wind- und Solarstrom.

Schlussgedanken

Zusammenfassend lässt sich sagen: Der Strom, der aus der Steckdose kommt, setzt sich laufend aus unterschiedlichen Quellen zusammen. Wetter, Tageszeit, Jahreszeit, politische Entscheidungen, technische Entwicklungen und der Handel an den Strombörsen sorgen dafür, dass dieser Mix nie ganz gleich bleibt.

Für den Alltag bedeutet das: Wer Strom spart und bewusst mit Energie umgeht, unterstützt automatisch die Entlastung des Gesamtsystems. Mit einem passenden Tarif, dem eigenen Nutzungsverhalten und Entscheidungen wie dem Umstieg auf Ökostrom kann jeder und jede dazu beitragen, dass immer häufiger erneuerbare Energien zum Einsatz kommen. So wird deutlich, dass es nicht nur um abstrakte Zahlen geht, sondern um eine Entwicklung, die unser tägliches Leben und unsere zukünftige Versorgung direkt beeinflusst.

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