Stell dir vor, du bekommst Geld für Arbeit – so wie dein Taschengeld, nur von einem Chef.
1. Was ist der Mindestlohn?
Der Mindestlohn ist eine Regel vom Staat:
Er sagt den Chefs, wie wenig sie ihren erwachsenen Mitarbeitern mindestens pro Stunde bezahlen dürfen.
Also: Niemand darf weniger bekommen als diesen festgelegten Betrag pro Stunde.
2. Warum gibt es den Mindestlohn?
Damit Menschen, die arbeiten,
- genug Geld zum Leben haben
- nicht total unfair bezahlt werden
- nicht ausgenutzt werden
Ohne Mindestlohn könnten manche Chefs sagen:
„Ich zahle dir nur ganz wenig Geld.“
Mit Mindestlohn dürfen sie das nicht.
3. Wie funktioniert das?
In Deutschland gibt es eine feste Zahl, zum Beispiel (nur als Beispiel):
- Wenn der Mindestlohn z.B. 12 Euro pro Stunde ist
- und jemand 5 Stunden arbeitet,
- dann muss der Chef mindestens 60 Euro zahlen (5 × 12 Euro).
Er darf mehr zahlen, aber nicht weniger.
4. Gilt der Mindestlohn für alle?
- Er gilt vor allem für Erwachsene, die arbeiten.
- Für Kinder und viele Jugendliche gibt es oft andere Regeln, z.B. Schulpraktikum.
5. Zusammengefasst:
Mindestlohn bedeutet:
- Es gibt eine Geld-Grenze nach unten.
- Niemand, der normal arbeitet, darf unter dieser Grenze bezahlt werden.
- So soll Arbeit fairer bezahlt werden.
Wie du vom Mindestlohn wirklich profitieren kannst praktische Tipps für Alltag und BerufDer Mindestlohn bringt dir nur etwas, wenn du weißt, was dir zusteht und es auch ansprichst. Schau in deinen Arbeitsvertrag: Steht dort ein Stundenlohn, der unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegt, ist das nicht zulässig. Rechne dir ruhig einmal selbst aus, wie viel du im Monat bekommen müsstest: Stundenlohn mal gearbeitete Stunden. Merkst du, dass da etwas nicht passt, sprich zuerst deine Chefin oder deinen Chef ruhig und sachlich darauf an. Viele klären solche Dinge, ohne dass es Streit gibt. Schreib dir deine Arbeitszeiten auf, auch wenn es im Betrieb eine Zeiterfassung gibt. So kannst du im Zweifel genauer zeigen, wie viel du gearbeitet hast.
Nutze den Mindestlohn auch, um deine Arbeit besser zu planen. Wenn du weißt, wie viel du pro Stunde bekommst, kannst du vergleichen: Lohnt sich der lange Fahrtweg zu diesem Job? Rechnet sich ein Nebenjob neben der Ausbildung oder dem Studium wirklich, wenn Anfahrt, Essen und Zeit draufgehen? Überlege dir auch, ob du mit deiner Erfahrung vielleicht eine etwas besser bezahlte Stelle finden kannst, etwa im gleichen Bereich, aber bei einer anderen Firma. Und wenn du unsicher bist, ob dein Lohn korrekt ist, kannst du dich anonym bei Beratungsstellen von Gewerkschaften oder bei der Arbeitsagentur informieren. Das kostet dich nichts, kann dir aber viel Ärger ersparen. Fragen & Antworten
Was ist der Mindestlohn?
Der Mindestlohn ist der gesetzlich festgelegte niedrigste Stundenlohn, den ein Arbeitgeber seinen Beschäftigten zahlen muss. Weniger darf nicht gezahlt werden.
Warum gibt es den Mindestlohn?
Er soll verhindern, dass Menschen für sehr wenig Geld arbeiten müssen, obwohl sie eine normale Arbeitsleistung erbringen. So soll Arbeit fairer bezahlt werden und Armut trotz Arbeit verringert werden.
Wer hat Anspruch auf den Mindestlohn?
Grundsätzlich alle volljährigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Es gibt aber Ausnahmen, zum Beispiel für Auszubildende im Rahmen der Berufsausbildung, Pflichtpraktika oder bestimmte Ehrenämter.
Gilt der Mindestlohn auch für Minijobs?
Ja. Auch bei Minijobs und Teilzeitjobs muss der gesetzliche Mindestlohn pro Stunde gezahlt werden. Nur die Anzahl der Stunden und die Obergrenze beim Verdienst unterscheiden sich.
Was passiert, wenn der Arbeitgeber weniger als den Mindestlohn zahlt?
Dann verstößt der Arbeitgeber gegen das Gesetz. Beschäftigte können den fehlenden Lohn nachfordern, und Behörden können Bußgelder verhängen.
Wie erfahre ich, wie hoch der aktuelle Mindestlohn ist?
Die Höhe des Mindestlohns steht auf den Internetseiten der Bundesregierung oder des Bundesarbeitsministeriums. Er wird regelmäßig überprüft und kann angepasst werden.
Wesentliche PunkteZusammenfassend lässt sich sagen: Der Mindestlohn legt fest, wie wenig jemand für eine Stunde Arbeit mindestens verdienen darf. Er soll Beschäftigte vor sehr niedrigen Löhnen schützen und dafür sorgen, dass sie von ihrer Arbeit besser leben können. Gleichzeitig hat er Auswirkungen auf Unternehmen, Preise und den Arbeitsmarkt insgesamt.
Im Alltag ist das Thema wichtig, weil es bestimmt, wie viel Geld am Monatsende auf dem Konto landet – sei es im eigenen Job, im Nebenverdienst während der Ausbildung oder im Betrieb, in dem man beschäftigt ist. Wer die Grundlagen kennt, kann den eigenen Lohn besser einschätzen, Arbeitsverträge bewusster prüfen und politische Diskussionen rund um gerechte Bezahlung besser verstehen.

