Stell dir vor, dein Kopf hat einen unsichtbaren Schutzschild. Dieser Schild hilft dir, dich schnell besser zu fühlen, wenn etwas peinlich, traurig oder unfair ist. So ein Schutz-Trick heißt Abwehrmechanismus.
Was bedeutet das?
– Abwehrmechanismen sind automatische Tricks von deinem Gehirn.
– Sie passieren oft, ohne dass du es merkst.
– Sie sollen dich vor unangenehmen Gefühlen schützen – für den Moment.
Beispiele, die du kennst:
– Verdrängung: Du „vergisst“ eine blöde Note, weil es sich doof anfühlt.
– Verleugnung: Du sagst „Ich bin nicht müde!“, obwohl du fast einschläfst.
– Projektion: Du rufst „Du bist sauer!“, obwohl du selbst wütend bist.
– Verschiebung: Der Lehrer schimpft, und später schreist du deinen kleinen Bruder an.
– Ausreden/Schönreden: Du wurdest nicht gewählt und sagst: „Ich wollte sowieso nicht mitspielen.“
– Humor: Du machst einen Witz, obwohl du eigentlich nervös oder traurig bist.
Sind die Tricks gut oder schlecht?
– Kurz hilft das: Du fühlst dich erst mal leichter.
– Zu oft ist nicht gut: Das Problem bleibt, und die Gefühle kommen wieder oder tun anderen weh.
Was hilft wirklich?
– Gefühle benennen: „Ich bin wütend/traurig/ängstlich.“
– Mit jemandem reden: Mama, Papa, Freund, Lehrerin.
– Pause machen: tief atmen, spazieren, malen, Musik hören.
– Lösung suchen: Entschuldigen, Hilfe holen, üben.
Merke: Abwehrmechanismen sind normal. Jeder hat sie. Am besten ist es, den Schutz-Trick zu merken – und dann mutig mit dem echten Gefühl umzugehen.
Wie Abwehrmechanismen funktionieren und wie du gesund damit umgehst
Abwehrmechanismen sind wie eine innere Schutzbrille. Sie blenden das aus, was gerade zu viel wäre. Das passiert automatisch. Zum Beispiel schiebst du eine peinliche Erinnerung weg (Verdrängung), gibst dem Partner die Schuld für etwas, das dich selbst verunsichert (Projektion), oder erklärst eine Fehlentscheidung schön (Rationalisierung). Kurz hilft das, Stress und Angst sinken. Langfristig verzerren sie aber die Sicht. Du übersiehst Signale, triffst schlechtere Entscheidungen und wiederholst Muster.
Gesund damit umgehen heißt: merken, wenn es passiert, und das Steuer wieder selbst übernehmen. Mini-Check: Was fühle ich gerade im Körper? Was genau hat mich getroffen? Was ist Fakt, was Interpretation? Nimm dir 90 Sekunden, atme ruhig aus, schreibe drei Stichworte auf. Benenne das Gefühl laut oder in einer Notiz. Hol dir eine Rückmeldung von einer Person, die klar spricht. Dann wähle eine reifere Strategie: Humor ohne Spott, Bedürfnis direkt ansprechen, Ärger sportlich abbauen statt an anderen auslassen, oder Energie in etwas Nützliches stecken (Sublimierung). Kleine Schritte reichen: ein ehrlicher Satz im Gespräch, eine kurze Pause vor der Antwort, eine Verabredung mit dir selbst, das Thema später bewusst anzuschauen.
Wesentliche Punkte
Abschließend lässt sich sagen: Abwehrmechanismen sind normale, meist unbewusste Strategien, die kurzfristig schützen und entlasten können, auf Dauer aber einengen, wenn sie zu automatisch ablaufen. Es hilft, eigene Muster zu bemerken und freundlich zu hinterfragen. So verstehen wir Gefühle besser, kommunizieren klarer und finden passendere Wege, mit Stress und Konflikten umzugehen. Das macht den Alltag nicht sofort leichter, aber bewusster – ein wichtiger Schritt zu mehr Gelassenheit, stimmigen Entscheidungen und verlässlichen Beziehungen.

