Stell dir vor, du willst ein Zimmer oder eine Wohnung benutzen, die jemand anderem gehört. Ein Mietvertrag ist wie ein schriftlicher Plan mit Regeln, den beide Seiten unterschreiben: der Vermieter (dem die Wohnung gehört) und der Mieter (der darin wohnt).
Warum gibt es den?
– Damit beide genau wissen, was erlaubt ist und was nicht.
– Damit man später beweisen kann, was abgesprochen wurde.
Was steht drin?
– Wer mietet und wer vermietet (Namen und Adresse).
– Welche Wohnung es ist (Adresse, Zimmer).
– Wie viel Geld jeden Monat bezahlt wird (Miete) und bis wann.
– Ob es extra Kosten gibt (Nebenkosten, z. B. für Wasser oder Heizung).
– Ob es eine Kaution gibt (Sicherheitsgeld, das man am Ende zurückbekommt, wenn alles in Ordnung ist).
– Ab wann man einzieht und wie lange man bleiben darf.
– Regeln im Haus: z. B. Ruhezeiten, Haustiere, Müll, Rauchen.
– Wer was repariert: Große Sachen macht meist der Vermieter, kleine Dinge manchmal der Mieter.
– Wie man richtig kündigt (also sagt: „Ich ziehe aus.“) und wie lange vorher.
Wie läuft das ab?
– Beide lesen den Vertrag und unterschreiben ihn.
– Beim Einzug gibt es oft ein Protokoll: Man schaut zusammen, ob schon Kratzer oder Macken da sind, und schreibt es auf. So gibt es später keinen Streit.
– Man bekommt die Schlüssel.
Was muss der Mieter tun?
– Miete pünktlich zahlen.
– Die Wohnung ordentlich behandeln, wie eine geliehene Sache.
– Schäden schnell melden.
Was muss der Vermieter tun?
– Die Wohnung in einem bewohnbaren Zustand geben.
– Größere Reparaturen machen, wenn etwas Wichtiges kaputtgeht (z. B. Heizung).
Wenn man auszieht:
– Wohnung sauber zurückgeben und Schlüssel abgeben.
– Zählerstände (Strom, Wasser) notieren.
– Wenn alles passt und keine Schulden da sind, bekommt man die Kaution zurück.
Merke: Ein Mietvertrag ist wie ein klarer, schriftlicher Händedruck mit Regeln. Er hilft, dass beide fair miteinander umgehen. Wenn etwas unklar ist: nachfragen, bevor man unterschreibt.
Was im Mietvertrag steht und worauf du achten solltest mit klaren Empfehlungen zu Kaution, Nebenkosten, Schönheitsreparaturen und Kündigungsfristen
Im Mietvertrag stehen vor allem Kaltmiete, Nebenkosten, Mietbeginn, Wohnfläche, Regeln zu Haustieren und Untervermietung sowie mögliche Mieterhöhungen (Staffel oder Index). Schau genau, ob Nebenkosten als Vorauszahlung oder Pauschale vereinbart sind. Vorauszahlung heißt jährliche Abrechnung mit Nachzahlung oder Erstattung; bei Pauschale gibt es keine Abrechnung. Lass dir auflisten, welche Kosten umgelegt werden: Heizung, Wasser, Müll und Hausmeister sind üblich, Verwaltung und Reparaturen nicht. Frag nach der letzten Nebenkostenabrechnung und notiere Zählerstände bei Einzug. Zur Kaution: maximal drei Nettokaltmieten, in drei Raten zahlbar. Überweise statt Barzahlung und verlange eine Bestätigung über ein getrenntes, verzinstes Konto. Beim Auszug darf der Vermieter nur berechtigte Posten einbehalten; für offene Betriebskosten kann er einen angemessenen Teil zurückhalten.
Schönheitsreparaturen sind grundsätzlich Vermietersache. Eine Pflicht zum Streichen greift nur mit wirksamer Klausel und wenn die Wohnung bei Einzug renoviert war. Starre Fristen wie „alle 3 Jahre“ und Quotenabgeltung sind meist unwirksam. Beim Auszug reicht „besenrein“; Dübellöcher sauber verschließen, aber nicht die ganze Wohnung neu streichen, wenn es nicht vereinbart und nötig ist. Kleinreparaturen sind nur bis etwa 100 Euro je Fall und mit Jahresobergrenze zulässig – sonst nicht übernehmen. Für die Kündigung gilt in der Regel eine Frist von drei Monaten. Schriftlich auf Papier, eigenhändig unterschrieben, Zugang zählt. Geht sie bis zum dritten Werktag eines Monats zu, läuft der Monat mit. Kein E‑Mail oder WhatsApp; nutze Einwurf-Einschreiben oder persönliche Übergabe mit Quittung. In WGs müssen alle im Vertrag stehenden Mieter unterschreiben. Bei Mieterhöhung gibt es oft ein Sonderkündigungsrecht – Frist prüfen und notfalls zügig handeln.
Fazit
Ein Mietvertrag hält fest, worauf Mieterinnen und Mieter sowie Vermieterinnen und Vermieter sich geeinigt haben: was genau gemietet wird, wie hoch die monatlichen Kosten sind und welche Fristen und Pflichten gelten. Wer alles aufmerksam liest, offene Punkte vor der Unterschrift klärt und den Vertrag gut aufbewahrt, erspart sich später Ärger. Das ist im Alltag wichtig, weil Wohnen viel Geld kostet und klare Regeln Sicherheit und Planbarkeit geben – vom Einzug bis zur möglichen Beendigung des Mietverhältnisses.

